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Anon
von
Andrew Niccol
 

"Stilvoll-düstere Zukunfts-Dystopie, doch leider ist der zentrale Kriminalfall sehr konventionell!"

 
Release: 25. Oktober 2018
 
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Inhalt
Die totale digitale Überwachung des Menschen sorgt in naher Zukunft für ein Leben ohne unaufgeklärte Verbrechen, aber auch gänzlich ohne Anonymität und Privatsphäre. Bis eine Reihe grausamer Morde Detective Sal Frieland (Clive Owen) auf den Plan ruft. Denn plötzlich werden die gesammelten Daten systematisch manipuliert, was den Zusammenbruch des Systems zur Folge haben könnte. Erst mit dem Auftauchen einer geheimnisvollen Frau ohne digitalen Fingerabdruck, kommt Bewegung in die Ermittlungen.
 
Originaltitel Anon
Produktionsjahr 2018
Genre Action
Laufzeit

ca. 100 Minuten

Altersfreigabe ab 16 Jahren
Regie Andrew Niccol
Darsteller Clive Owen, Amanda Seyfried, Jonathan Potts, Rachel Roberts, Jeffrey Men
     
Kritik
Die stets zunehmende "Ent-Anonymisierung" unserer Gesellschaft hinsichtlich der digitalen Welt sorgt schon seit einigen Jahren immer wieder für viele hitzige Debatten. Was weiss Facebook, YouTube und Google über die Menschen - und was wird mit diesen Daten angestellt? Der neuseeländische Filmemacher und Oscar-Nominierte Andrew Niccol ('Die Truman Show') geht nun noch einen Schritt weiter: In seinem Zukunfts-Drama 'Anon' erzählt er von einer Welt, in welcher jeder Schritt, jede Tätigkeit und jeder Atemzug eines Menschen filmisch aufgezeichnet wird - durch eine winzige Kamera, welche in seiner Augenpartie unsichtbar implantiert ist. Zugriff auf diese Daten hat (natürlich) nur die Staatsgewalt, welche durch diese Möglichkeit auf jede erdenkliche Sekunde eines jeden Lebens zurückspulen kann. So bleibt kein Verbrechen unbemerkt und die Kriminalitätsrate senkt sich immer mehr in Richtung Null - bis sich Hacker ans Werk machen, welche die Aufnahmen manipulieren können. 'Anon' ist ein Cyber-Krimi wie er im Buche steht. Nur schon rein optisch erfüllt er alle erdenklichen Klischees: Kalt, grau, emotionslos, steril. Dies verleiht dem Film zwar einen eigenen Stil, macht es aber der Story schwer, sich als spannend-fesselnden Kriminalfall beim Zuschauer zu verankern. Etwas Tempo kommt erst ins Spiel, wenn Amanda Seyfried ihren zweiten Auftritt hat und als namenlose Auftragshackerin auf Protagonist Sal Frieland trifft. Auch wenn dabei viel Sexyness und Spannung in der Luft liegt, will der Funke aber trotzdem nicht wirklich auf den Zuschauer überspringen. Schuld daran könnten auch die unnatürlich strukturierten Dialoge sein, welche vom Zuschauer höchstmögliche Aufmerksamkeit abverlangen. 'Anon' hat auf den ersten Blick sicherlich seine eigenen Züge, doch im Kern wird ein ganz konventioneller Kriminalfall abgehandelt. Und leider wird auf den womöglich verheerenden Missbrauch dieser zahlreichen aufgezeichneten Daten, welche jede erdenkliche Art von Privatsphäre missachten, überhaupt nicht eingegangen. Das hätte der Story vermutlich etwas Aufwand gegeben. Stilvoll-düstere Zukunfts-Dystopie, doch leider ist der zentrale Kriminalfall sehr konventionell!
 

Schärfe
Farben/Kontrast
Rauschfreiheit

Raumklang
Verständlichkeit
Bass

 
Verleih Impuls Home Entertainment
Anzahl Discs 1
Verpackung Steelbook
Bild 16:9 (1.85:1)
Ton Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel Deutsch
 


Umfang
Infogehalt
Originalität

- Interviews
- Andrew Niccol beim Filmfest München
- Trailer

Das Fazit dieser Steelbook-Edition: Schön verpackt, aber wenig Vielfalt. In den Extras finden sich nur ein paar Interviews mit Andrew Niccol, Clive Owen und Amanda Seyfried und einen immerhin einstündigen Bericht vom Filmfest München.

© rezensiert von Philipp Fankhauser am 02.11.18
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