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Children Of Men



Release:
12. April 2007

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Kurzkritik:
Alfonso Cuarón inszeniert mit 'Children Of Men' eine extrem düstere, aber umso fesselndere Zukunftsvision, in der keine Kinder mehr geboren werden. Mit einer Ausnahmebesetzung und einem virtuosen Stil ist dem Mexikaner hier ein Meisterwerk gelungen, das durch Mark und Bein geht. Die technisch ausgezeichnete Doppel-DVD bietet einige informative Bonusfeatures, doch mehr hätte auch drinnen gelegen.







Inhaltsangabe

London im Jahre 2027: Seit 18 Jahren ist kein Mensch mehr zur Welt gekommen, der jüngste Bewohner der Erde ist gerade verstorben. Das Aus der Menschheit scheint gewiss, Hoffnung gibt es keine mehr. Dieser Ansicht ist auch der Staatsbeamter Theo (Clive Owen), der seinen Tag nur mit einer Flasche Alkohol halbwegs erträglich über die Runden bringt. Dass London zum Überwachungsstaat mutiert ist und Ausländer ohne Ausnahme in Konzentrationslager gesteckt werden, kümmert ihn wenig. Doch dann wird Theo verschleppt: Seine Ex-Frau Julian (Julianne Moore), eine Aktivistin zum Schutz der Flüchtlinge, bittet ihn, für eine junge Frau Papiere zu beschaffen. Angetan ist Theo nicht von der Idee, doch da Julians Organisation ihm eine grosse Stange Geld anbietet, lässt er sich auf den Deal ein. Er veranlasst, dass die Immigrantin Kee (Claire-Hope Ashitey) das Land passieren kann. Jedoch geht bei der Papierübergabe einiges schief. Als Theo herausfindet, was bei der ganzen Sache auf dem Spiel steht, gibt es für ihn kein Zurück mehr. Denn Kee ist schwanger…



Kritik

Natürlich, wers glaubt: Die Menschheit ist vom Aussterben bedroht, da seit bald zwei Jahrzehnten kein Kind mehr geboren wurde. Die Ausgangslage von 'Children Of Men' klingt tatsächlich arg unrealistisch. Doch sobald das erste Bild, der erste Ton erklingt, gibt es am Szenario keinen Zweifel mehr. Alfonso Cuarón bringt das erschreckend unhumane London so überzeugend rüber, dass es einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Die Schauplätze, die Ausstattung, einfach alles passt in diesem futuristischen, aber realistisch wirkendem Thriller. Die oscarnominierte Kamera macht das Ganze noch packender. In teils bis zu fünf Minuten langen Einstellungen ohne Schnitt wird Theo begleitet; die verwackelten Bilder unterstreichen den erdigen Ton des Films. Hier wirkt nichts mehr gespielt. Vielmehr erinnert der einzigartige Stil von 'Children Of Men' an einen Dokumentarfilm. Wobei zu hoffen ist, dass es nie einen solchen gegeben wird. Denn die Situation im Film ist wirklich fatal.

Keine Kinder mehr. Kein einziges. Und die Ursache kennt keiner. Im Film lässt Cuarón einen alten Hippie, famos gespielt von Michael Caine, darüber witzeln. Mit dem Auftauchen der schwangeren Kee ergibt sich jedoch ein Hoffnungsschimmer. Ironie pur: Ausgerechnet in den Händen einer Ausländerin, die von der englischen Regierung bis aufs Gröbste verstossen werden, liegt die Zukunft der Menschheit. Für Hauptfigur Theo wird die Beschützung von Kee zu einer Lebensaufgabe. Nach dem Verlust seines Sohnes fristete er ein Leben im Suff, ohne Ziel, ohne Lebenslust. Doch Kee gibt nicht nur den Menschen, sondern auch ihm die Hoffnung zurück. Und Kees Wichtigkeit wird immer wieder betont. Leute um sie herum erbringen Opfer, lassen sich in ein Konzentrationslager schleppen, nur um das Geheimnis ihrer Schwangerschaft zu wahren. Oder sie provozieren die Staatspolizei so lange, bis diese sie zum schweigen bringen. Zu diesen Momenten gehören einige der besten in 'Children Of Men'.

Neben exzellenten Darstellerleistungen aller Beteiligten und der faszinierenden Inszenierung, sind es auch viele kleine Details, die 'Children Of Men' zu einem besonderen Erlebnis machen. Zum Beispiel übt Theo auf Tiere ein vertrauenswürdiger Eindruck aus - ein Zeichen, dass sich Kee ihm anvertrauen kann. Ein trauriges, aber emotional geschickt gelöstes Schauspiel zeigt die oben erwähnte Konzentrationslagerszene auf: Der Zuschauer sieht eine im Film wichtige Person zwar nicht sterben, doch nachdem ihr ein Sack über den Kopf gesteckt wurde, fährt die Kamera langsam weiter. Dabei werden die verschiedenen Stadien, die die Person gleich erwarten werden, mit anonymen Figuren vorgelebt, bis diese schliesslich tot am Boden liegen. Ein ergreifend schrecklicher Moment. Aber dem Publikum ist immer bewusst, dass all dies für ein höheres Ziel getan wird. Wenn Theo später im Film Kee und das geborene Baby aus einem unter Beschuss stehenden Gebäude rettet, wird auch noch der letzte Zuschauer die Gänsehaut auf seinem Rücken spüren. Die dort angewandte Regie von Cuarón ist nichts Geringeres als genial. Ein Meister seines Könnens, der mit diesem Film - trotz leicht abruptem Schluss - etwas wieder ganz deutlich macht: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

 


Die DVD
Bild
Das futuristische England lebt von überwiegend kühlen Farben. Die Bildschärfe befindet sich durchgehend auf einem hohen Level, selbst bei rasanten, explosiven Szenen. Auch der Kontrast passt ins sehr gute Gesamtbild. Rauschen ist trotz dem Handkamerastil nicht auszumachen.
Sound
Die hinteren Lautsprecher kommen nicht immer zu ihren Einsätzen. Doch sobald dies der Fall ist, enttäuschen sie keinesfalls. Dort hört man hinter sich eine Bombe einschlagen, dort vorne erklingt ein Alarm. Die packende Atmosphäre von 'Children Of Men' wird also auch akustisch gewährleistet - auf einem klanglich einwandfreien Niveau.

Extras
- Die letzte Hoffnung: Doku von Alfonso Cuarón
- Making of 'Men Under Attack'
- Audiokommentar von Slavoj Zizek
- Spezialeffekte
- Geschnittene Szenen
- Theo & Julian
- Futuristisches Design


Screenshot des DVD-Hauptmenüs

Die Special Edition von 'Children Of Men' präsentiert sich auf zwei DVDs. Im Audiokommentar spricht nicht etwa der Regisseur, sondern der slowenische Philosoph Slavoj Zizek - eine interessante Erfahrung. Desweiteren enthält das Paket zahlreiche kurze Featurettes. Eines beschäftigt sich zum Beispiel mit dem digitalen Baby, das für die Geburt von Kees Kind verwendet wurde; ein anderes mit der Hintergrundgeschichte von Theo und Julian. Ein leider etwas mager geratenes Making of ist ebenfalls vorzufinden, zusammen mit Konzeptentwürfen und zusätzlichen Szenen. Highlight der Boni bildet eine Dokumentation von Regisseur Alfonso Cuarón zum Film, aber auch zum behandelten Thema an sich.


DVD Übersicht
Filminformationen
Originaltitel Children Of Men
Produktionsjahr 2006
Genre Thriller
Studio Universal Pictures
Verleih Universal Pictures
Laufzeit ca. 106 Minuten
FSK ab 16 Jahren
Regie Alfonso Cuarón
Darsteller Clive Owen, Julianne Moore, Michael Caine, Chiwetel Ejiofor, Charlie Hunnam, Claire-Hope Ashitey, Pam Ferris
 
Technische Details
Bild 4:3 (?:1)
Ton Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel Deutsch, Englisch, Niederländisch, Englisch für Hörgeschädigte
Anzahl Discs 2
Verpackung Amarayhülle

© rezensiert von Adrian Spring am 22.05.07

© Bilder, DVD-Screenshots, Universal Pictures

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