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Inhalt |
Nicht jeder liebt die Sommerzeit. Für die übergewichtige Metzgerstochter Sara (Laura Galán) bedeutet sie nur, dass sie ständig mit dem bösen Spott der anderen Mädchen im Dorf zu kämpfen hat. Als sie nach einem Nachmittag am Swimmingpool wieder einmal aufs Übelste schikaniert wird, kommt ihr ausgerechnet ein Psychopath (Richard Holmes) "zu Hilfe", der ihre Peinigerinnen kurzentschlossen entführt. Bald sucht das ganze Dorf nach den verschwundenen Mädchen - und Sara steht vor der Wahl: Schlägt sie Alarm oder lieber nicht? |
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Originaltitel |
Cerdita |
Produktionsjahr |
2022 |
Genre |
Drama/Thriller |
Laufzeit |
ca. 100 Minuten |
Altersfreigabe |
ab 16 Jahren |
Regie |
Carlota Pereda |
Darsteller |
Laura Galán, Richard Holmes, Carmen Machi, Irene Ferreiro, Camille Aguilar |
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Kritik |
Knapp dreissig (!) Auszeichnungen gab es damals für den 2018 erschienenen spanischen Kurzfilm 'Piggy' von Carlota Pereda. Vorwiegend natürlich an Festivals in Spanien - aber auch an renommierten US-Festivals wie dem Sin City Horror Fest 2019 oder dem Slamdance Film Festival 2020 konnten Preise gewonnen werden. Grund genug, dem Kurzfilm mit der spannenden Thematik einen Kino-Auftritt in Spielfilmlänge zu gewähren. Die Regie übernahm erneut Carlota Pereda, auch das Drehbuch stammte wieder von ihr und erwartungsgemäss ist auch Hauptdarstellerin Laura Galán wieder mit von der Partie - als einzige vom Kurzfilm-Cast. Der Rest wurde neu besetzt und (wie so üblich bei Kurzfilm-Adaptionen) wurden auch einige neue Rollen geschaffen. 'Piggy' ist ein moralisches Gedankenexperiment. Die übel gepeinigte Teenagerin Sara muss sich entscheiden, ob sie ihre Peinigerinnen vor dem scheinbar sicheren Tod bewahren will. Bevor es jedoch zu diesem wesentlichen Twist kommt, inszeniert Pereda zu Beginn die sprichwörtliche "Hölle auf Erden" für Sara, während sie gefühlt vom halben Dorf aufs Übelste gepiesackt wird. Dieses Bodyshaming wird äusserst ausgeprägt gelebt und verteilt auch beim Zuschauer ziemlich klar die Sympathien der Protagonisten, wodurch Saras späteres Dilemma noch intensiver wird. Die Entscheidung von Pereda, den Film im letzten Drittel vom starken Sozialdrama in einen durchschnittlichen Horrorthriller rüber schwappen zu lassen, hilft zwar der Story ein Ende zu finden, doch die anfänglich dramaturgischen Stärken werden dadurch leider unverdient etwas in den Schatten gerückt. Letztendlich lohnt sich 'Piggy' aber dennoch auf jeden Fall, denn spannend ist das Werk vom Anfang bis zum Schluss. Wie schon beim Kurzfilm: Brillant inszeniertes
Sozialdrama mit einer starken Protagonistin! |
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© rezensiert von Philipp Fankhauser am 28.12.22
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