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Inhalt |
1977 nimmt Anthony G. Kiritsis (Bill Skarsgård), ein ehemaliger Immobilienentwickler, in der Innenstadt den Hypothekenbanker Richard Hall (Dacre Montgomery) als Geisel. Überzeugt davon, finanziell hintergangen worden zu sein, konfrontiert er sein Opfer mit einer abgesägten Schrotflinte, die über einen Schalter direkt mit seinem eigenen Körper verbunden ist. Seine Forderungen: Eine schriftliche Entschuldigung, fünf Millionen Dollar und vollständige Strafimmunität. Die Situation entwickelt sich zu einem spektakulären Fall, der Öffentlichkeit und Behörden gleichermassen herausfordert. |
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| Originaltitel |
Dead Man's Wire |
| Produktionsjahr |
2025 |
| Genre |
Drama |
| Laufzeit |
ca. 105 Minuten |
| Altersfreigabe |
ab 16 Jahren |
| Regie |
Gus Van Sant |
| Darsteller |
Bill Skarsgård, Dacre Montgomery, Al Pacino, Colman Domingo, Cary Elwes |
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Kritik |
Der zweifach Oscar-nominierte 'Good Will Hunting'-Regisseur Gus Van Sant kehrt mit 'Dead Man’s Wire' zu einem wahren Kriminalfall zurück, der bereits wie das Drehbuch eines Films klingt. Am 8. Februar 1977 nahm der Immobilienentwickler Tony Kiritsis in Indianapolis den Hypothekenbanker Richard Hall als Geisel. Eine abgesägte Schrotflinte war dabei über einen Draht mit Halls Hals verbunden - jeder Versuch, Kiritsis zu überwältigen, hätte den Tod des Opfers bedeuten können. 63 Stunden hielt die Geiselnahme an und wurde durch Kiritsis’ ungewöhnlichen Umgang mit den Medien zu einem spektakulären öffentlichen Ereignis. Drehbuchautor Austin Kolodney macht daraus keinen gewöhnlichen Geiselthriller. Vielmehr interessiert ihn, wie aus einem verzweifelten Mann ein Medienspektakel und beinahe eine Art Volksheld werden konnte. Kiritsis fühlte sich von seinem Hypothekengeber betrogen und wollte nicht nur Geld, sondern vor allem eine öffentliche Entschuldigung. Der Film zeichnet seine Wut durchaus nachvollziehbar, ohne seine Gewalt zu rechtfertigen. Gerade diese Ambivalenz gehört zu seinen grössten Stärken. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte immer wieder Zeit für schwarzen Humor und gesellschaftliche Seitenhiebe. Van Sant inszeniert den Stoff angenehm unaufgeregt und mit einem ausgeprägten Gespür für die 1970er-Jahre. Die triste Farbgebung, Ausstattung und Fernsehbilder vermitteln authentisches Zeitkolorit, während die Spannung weniger aus Action als aus der permanenten Frage entsteht, wann die Situation eskalieren könnte. Überragend ist Bill Skarsgård als Tony Kiritsis. Er spielt ihn gleichzeitig bedrohlich, lächerlich, verbittert und erschreckend menschlich. Dacre Montgomery bleibt als Richard Hall bewusst zurückhaltender und macht die Hilflosigkeit der Geisel spürbar. Colman Domingo sorgt als Radiomoderator Fred Temple für eine charismatische Nebenrolle, während Al Pacino als Halls Vater mit herrlich überdrehter Präsenz für einen der skurrilsten Momente sorgt. 'Dead Man’s Wire' ist kein nervenzerfetzender Thriller, sondern ein eigenwilliges True-Crime-Drama über Wut, Medien und das amerikanische Wirtschaftssystem. Nicht jede Nebenhandlung sitzt, doch Van Sants präzise Inszenierung und vor allem Skarsgårds herausragende Leistung machen den Film sehenswert. Packendes True-Crime-Drama mit starkem Skarsgård und treffendem 70er-Jahre-Flair! |
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© rezensiert von Philipp Fankhauser am 31.08.26
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