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Whale Rider



Release:
23. März 2004

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Kurzkritik:
'Whale Rider' ist ein ausserordentliches emotionales Meisterwerk, dass selbst mit seiner ästhetischen Ruhe und trivialer Machart viele Tränen vergiessen lässt. Mit einer lobenswerten Hingabe schuf Niki Caro ein symbiotisches Zusammenspiel zwischen den Generationen, welches selbst einfache Nebenfiguren unglaublich lebendig wirken lässt.







Inhaltsangabe

Die Maori-Bewohner eines kleinen neuseeländischen Küstenortes führen ihre Herkunft auf Paikea, den Walreiter zurück. Als der Stammeshäuptling stirbt, hoffen alle auf die Geburt des neuen Stammesführer. Als jedoch der Hoffnungsträger bei der Geburt stirbt und nur dessen Zwillingsschwester überlebt, sieht sich Stammesoberhaupt Koro (Rawiri Paratene) nicht imstande, seine Enkelin Pai(kea) (Keisha Castle-Hughes) als zukünftige Anführerin zu akzeptieren. Die 12-jährige Pai, die ihren Grossvater Koro mehr als jeden Anderen auf der Welt liebt, muss sich nun gegen diesen und eine tausendjährige Tradition auflehnen, um ihre Bestimmungen zu erfüllen.



Kritik

Können Filme sympathisch sein? Regisseurin Niki Caro hat einen Film geschaffen, den viele durchwegs als sympathisch bezeichnen werden. Nicht selten kam es bei 'Whale Rider' vor, dass Kinobesucher zufrieden die Sääle verliessen und sich Worte wie "traumhaft", "brillant" oder "rührend" auf ihren Lippen formten. Mit viel Mund-zu-Mund Propaganda, überdurchschnittlich guter Resonanz und dem gewissen fremdländischen Charme gelang Caro mit ihrem neuseeländischen Märchen den Weg hinaus zur Internationalität. Dabei sind die Grundstrukturen des Plots relativ trivial: Ein kleines Mädchen versucht sich in einer emanzipierten traditionell-übertrieben festgelegten Gesellschaft behaupten zu können. Doch die patriarchalischen Wert- und Moralvorstellungen der Maori-Religion lassen sich von einer 12-jährigen nicht einfach so durchbrechen: Immer mehr leidet das kleine Mädchen unter der Missbilligung ihres Grossvaters und unter der Tatsache, dass sie aufgrund ihres Geschlechts nie das Erbe des Wal-Reiters antreten kann. Um dies so einfach und realistisch wie möglich darstellen zu können, bedient sich Niki Caro einfachen Hilfsmittel wozu auch ein ausserordentlich gutes Gespür für das Casting schauspielerischer Talente hinzu gehört. Mit Keisha Castle-Hughes hat Caro nämlich einen ausserordentlich guten Fang gemacht. In vielen Szenen mit ihr als 'nicht-Hollywood-determinierte' Schauspielerin entstehen ausserordentlich emotionale Gebilde, die den Film in seiner Struktur festigen und ihn im Vergleich mit ähnlich realisierten Projekten speziell macht. Hughes schafft es mit viel Können und Charisma den Film attraktiv zu machen, weshalb sie sich auch als eine grosse Ausnahmekönnerin präsentiert.

Natürlich kommen hierzu auch die Leistungen von Rawiri Paratene als Kori. Dieser ist mit seinem Verständnis von traditionellen Werten noch nicht bereit eine junge weibliche Nachfolgerin als solche anzuerkennen und so basieren Moral und kulturelle Einstellung von dem alten Maori noch immer auf die altertümlichen Traditionen und Rituale. Immer mehr rückt die Problematik um die rezente Behandlung der Maori-Tradition in den Vordergrund und immer mehr fällt eine Lösung des Konfliktes zwischen Grossvater und Enkelin in weite Ferne. Märchenhaft wird der Film dann dadurch, dass sich die Vorstellungen Kori's auf gewisse Art und Weise erfüllen und ihm klar vor Augen geführt wird, wie sehr er sich geirrt hat. Ohne Paratene in dieser Rolle hätte Whale Rider wohl so einiges an seiner emotionalen Stärke einbüssen müssen. Selbst Vicky Haughten führt diese Symbiose im Zusammenspiel noch weiter zusammen. Caro formte dessen Rolle nicht zu einem gewissenlosen und unverantwortungsbewussten Feigling, sondern zeigt ihn als diskrete und verständnisvolle Vaterfigur. Diese Diskretion wird überhaupt in vielen Bereichen die ganze Filmlänge über bewahrt, womit der neuseeländische Streifen beinahe schon einen naturalistischen Touch bekommt.

'Whale Rider' ist gleichzeitig traumhaft und realistisch. Meist vermischen sich die Grenzen, ohne dass man dies als Zuschauer mitbekommt. Beinahe schon transzendental wirkt der Film in seiner späteren Ausführung, wo sich Spannung und Filmzauber gleichermassen vereinen und zuspitzen. Diesen Charakter dürfte wohl nicht alle ansprechen, jedoch dürfte man seine cineastische Wirkung als universell bezeichnen. Die Hintergrundgeschichte ist so einfach, dass sie sich in vielen Aspekten auf eine zeitlose Form relativieren lässt. Hierzu gehört der Konflikt zwischen den Generationen, mit denen sich mehrere Altersgruppen gleich identifizieren können.

Die DVD
Bild
Die Bildqualität der DVD ist eher enttäuschend. Teils schwammige Bilder zeugen von einer mangelhaften Justierung und charakterisieren das Bild wohl nicht als besser im Vergleich zu der VHS-Version des Filmes. Dass die ganze Sache aber noch überarbeitet wird, ist wohl zu bezweifeln. Allerdings stört die mangelhafte Qualität keine ungeschulten Auge und der Film ist trotz allem noch geniesbar.
Sound
Der Film erscheint hierzulande in den drei Sprachen Englisch, Deutsch und Französisch und wurde mehr oder weniger gut synchronisiert. Am Sound gibt es kaum etwas zu bemängeln mit Ausnahme der teilweise etwas zu leise gesprochnenen Off-Monologe.

Extras
- Kinotrailer
- TV-Featurette
- Interviews
- Making of
- Slideshow


DVD Übersicht
Filminformationen
Originaltitel Whale Rider
Genre Drama
Studio Ascot Elite Entertainment Group
Verleih Panodra Film
Laufzeit ca. 97 Minuten
FSK ab 6 Jahren
Regie Niki Caro
Darsteller Keisha Castle-Hughes, Rawiri Paratene, Vicky Haughton, Cliff Curtis
 
Technische Details
Bild 16:9 (2.35:1)
Ton Deutsch:Stereo 2.0
Französisch: Stereo 2.0
Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel Deutsch, Französisch
Anzahl Discs 1
Verpackung Amarayhülle

© rezensiert von Philipp Thalmann am 05.07.04

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