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Ja, es sind tatsächlich bereits acht Jahre vergangen, seit die schwedische Spieleschmiede EA DICE mit dem innovativen und futuristisch anmutenden 'Mirror's Edge' für Furore in der Videospielszene sorgte. Kernelement des Spiels ist das Fortbewegen im Stil der Sportart Parkour, welche das Ziel hat den Sportler eine Reihe von Hindernissen (Dächer, Geländer, Mauern) möglichst gradlinig über- und unterqueren zu lassen. Protagonistin in der 'Mirror's Edge'-Reihe ist Faith, welche als so genannte Runnerin fungiert und heikle Informationen überbringen soll, welche der Überwachung der Regierung entgehen sollen.

Nach über zwei Millionen verkauften Einheiten, erscheint nun endlich der zweite Teil mit Namen 'Mirror's Edge: Catalyst'. Die grösste Neuerung: Eine offene Spielwelt. Was heutzutage bei einem grossen und umfangreichen Spiel selbstverständlich ist, sorgte aber im Vorfeld bei vielen Fans für Skepsis. Funktioniert das für „Schlauch-Levels“ prädestinierte 'Mirror's Edge' überhaupt in einer offenen Welt? Die Antwort ist ein Jein. Handlungsort ist erneut die futuristische Metropole Glass, welche mit ihren hohen, weissen und sterilen Bauten im Kontrast zum stets stahlblauen Himmel zum einen beeindruckt, aber auch zugleich ziemlich leblos wirkt.



Glass ist Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Wäre die Stadt nicht so gut gelungen, wäre das Spiel letztendlich nur halb so unterhaltsam. Die Story wirkt leider etwas spannungsarm und folgt einem klassischen Start-zur-Revolte-Muster mit einer intriganten Regierung, welche ja bereits seit dem ersten Teil bekannt ist. Das Open-World-System führt dann leider dazu, dass man ziemlich planlos von Auftraggeber zu Auftraggeber rennt und jeweils diverse Botengänge erledigt. Die Story-Missionen unterscheiden sich zu den anderen Missionen lediglich mit schön designten Videosequenzen, aber so richtig einzigartig (dass man sich zum Beispiel nach Level 10 noch an Level 4 erinnern würde), sind sie leider nicht. Dies liegt auch daran, dass die einzelnen Charaktere eher starr und motivationslos erscheinen. Für Freunde des Langzeitspielspass hat 'Mirror's Edge: Catalyst' aber einiges zu bieten: Zig Nebenmissionen sind zu meistern (auch wenn sie ziemlich ähnlich sind) und Sammelobjekte wie Speicherchips, Tonbänder und Datenpakete laden zum Verweilen ein. Die „Problematik“ des „Schlauch-Level“-Prinzips wurde von DICE im Übrigen gut gelöst: Sobald ein Weg-Punkt in der offenen Welt gesetzt ist, wird ein Weg-Vorschlag generiert, welcher durch rot markierte Gegenstände und gleichfarbige Richtungs-Andeutungen erkennbar wird. Diese Tatsache lässt das innovative Gefühl von 'Mirror's Edge' wieder aufleben und funktioniert in diesem zweiten Teil durch die aktuellere Technik noch flüssiger und visuell ansprechender.



Würde man 'Mirror's Edge: Catalyst' auf die Spielmechanik reduzieren, wäre es ein wahrhaftiger Pflichtkauf. Doch zu einem überzeugenden Videospiel gehört heutzutage deutlich mehr als ein hübsches Aussehen mit einer einfallsreichen Steuerung. Die Defizite in der Story geben hier einige Minuspunkte und die sich wiederholenden Aufgaben ebenfalls. Hinzu kommt leider auch ein mangelhaftes Kampfverhalten. Auch wenn man den Kämpfen fast immer aus dem Weg gehen kann, kommen sie eigenständig betrachtet ziemlich hölzern und unmotivierend daher. Wenige Möglichkeiten lassen sie zudem sehr repetitiv erscheinen. Kurzum: Vor einigen Jahren hätte 'Mirror's Edge: Catalyst' noch eingeschlagen wie eine Bombe. Doch im hartumkämpften Videospiel-Markt heutzutage bietet der Titel trotz seines innovativen Charakters leider ironischerweise zu wenig Innovation.


Genre: Action-Adventure
Plattformen: Xbox One, PlayStation 4, PC
Release: 9. Juni 2016
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Publisher: Electronic Arts


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verfasst von Philipp Fankhauser
16. Juni 2016

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