Staubige Landschaften, einsame Ranches und brutale Gesetzlose: 'Place of Bones' von Regisseurin Audrey Cummings ('Ich und die Walter Boys') versucht, den klassischen Western mit einem Schuss Thriller und Horror zu verbinden. Die Geschichte spielt 1876 im amerikanischen Westen und beginnt mit einer vielversprechenden Ausgangslage: Die verwitwete Pandora lebt mit ihrer Tochter Hester abgeschieden auf einer Ranch. Als der schwer verletzte Bankräuber Calhoun bei ihnen Zuflucht sucht, ahnt Pandora noch nicht, welche Gefahr sie damit heraufbeschwört. Denn Calhoun hat seine ehemaligen Komplizen betrogen - und deren Anführer John ist ihm bereits auf den Fersen. Das Drehbuch von Richard Taylor (der seit vierzig Jahren wieder einmal ein Spielfilm-Drehbuch schrieb) setzt auf eine überschaubare Handlung, die sich weitgehend auf der abgelegenen Ranch abspielt. Daraus entwickelt sich ein zunehmend blutiger Überlebenskampf, bei dem die Spannung vor allem aus der ausweglosen Situation der beiden Frauen entsteht. Die Grundidee funktioniert, doch manche Wendungen wirken konstruiert und die Figurenzeichnung bleibt eher oberflächlich. Auch die späte Enthüllung, die der Geschichte zusätzliche Tiefe verleihen soll, kommt zu spät, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Inszenatorisch nutzt Audrey Cummings die begrenzten Schauplätze geschickt. Die staubige Umgebung, die karge Ausstattung und die raue Atmosphäre passen zum gnadenlosen Alltag des Wilden Westens. Allerdings lässt sich das begrenzte Budget nicht immer kaschieren: Einige Kulissen und Kostüme wirken wenig authentisch, während die Inszenierung gelegentlich etwas unbeholfen erscheint. Wer einen klassischen Western erwartet, bekommt zudem weniger Abenteuer als einen geradlinigen Belagerungsthriller mit blutigen Einschüben. Schauspielerisch überzeugt vor allem Heather Graham als Pandora. Sie verkörpert die entschlossene Mutter glaubwürdig und verleiht ihrer Figur die nötige Härte, ohne deren Verletzlichkeit zu verlieren. Brielle Robillard ergänzt sie als Hester solide. Corin Nemec sorgt als undurchsichtiger Calhoun für interessante Zwischentöne, während Tom Hopper als skrupelloser Bandenführer John eine bedrohliche Präsenz entwickelt. 'Place of Bones' ist ein solider, stellenweise brutaler Westernthriller, der aus seiner einfachen Ausgangslage durchaus Spannung gewinnt. Für einen echten Genre-Höhepunkt fehlt es jedoch an erzählerischer Raffinesse und einer konsequenten Inszenierung. Genrefans können einen Blick riskieren, sollten ihre Erwartungen aber nicht zu hoch ansetzen. Ein rauer Westernthriller mit solider Spannung, dem es aber an erzählerischer Raffinesse fehlt! |