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Eine Kreativpause hilft eigentlich immer - nur muss man den Mut haben sie einzulegen. Ubisoft wagte diesen Schritt und verzichtete im 2016 auf den jährlichen Release eines grossen 'Assassin’s Creed'-Ablegers. Das Unternehmen verzichtete damit auch auf Millionen Dollar an Einnahmen, doch das Vorhaben hat sich gelohnt. Mit 'Assassin’s Creed Origins' werden die Anfänge der Assassinen-Bruderschaft geschildert, welche sich hunderte Jahre vor Altaïr, Ezio und der Kenway-Familie abspielten - nämlich im ptolemäischen Ägypten.

Nicht im Alten Ägypten während der Pharaonenzeit (diese war zirka 3000 v. Chr.), sondern um das Jahr 50 v. Chr. während der Griechisch-römischen Zeit. Also die Zeit der berühmten Kleopatra VII. und des römischen Feldherrs Gaius Julius Caesar. Viel Potential für eine gute Story, doch die Geschichte von 'Assassin’s Creed: Origins' ist leider lediglich eine (weitere) Rache-Geschichte. Titelheld Bayek (der letzte Medjai seiner Art, berufen um die Oase Siwa zu beschützen) sucht fünf maskierte Männer auf, welche Schuld am Tod seines Sohnes Khemu sind. Aber nicht der Inhalt macht die Story eindrucksvoll, sondern die Erzählweise: Tiefgründige Charaktere, Schockeffekte wie im Kino, mitreissende Spannungsszenen und ganz viel Abwechslung.



Aber nicht nur bei der Inszenierung der Story merkt man dass sich diese Kreativpause gelohnt hat, sondern auch beim Gameplay. Viele Mechanismen wurden nicht nur überarbeitet, sondern teilweise komplett neu entwickelt. Natürlich bilden Klettern, Kämpfen und Schleichen immer noch die Basis, das Parkour-System wurde allerdings wieder auf eine einzige Taste reduziert. Hingegen ist das Kampfsystem völlig neu ausgefallen. Die Kämpfe sind nun eindeutig spannender und in punkto Fähigkeiten und Ausrüstung anspruchsvoller wie auch abwechslungsreicher. Dies alles dank einem ausgeklügelten Stufensystem (ja, es werden neu EP gesammelt). Es gilt leichte und schwere Angriffe zu kombinieren, den Schild zu nutzen um sich vor Pfeilen zu schützen sowie im richtigen Moment Angriffen auszuweichen. Ebenso muss man für das perfekte Ergebnis sowohl Nah- als auch Fernkampfwaffen im selben Gefecht einsetzen und dazu die passende Waffengattung auswählen. Zu Beginn eine echte Herausforderung, aber nach einigen Stunden erkennt man ganz klar die Vorteile davon. Auch viele Kleinigkeiten wurden angepasst: So werden die stärksten Gegner mit einem Luftangriff nicht mehr sofort getötet, sondern lediglich verletzt - und Wachen erkennen Bayek bereits von Weitem und rufen viel schneller Verstärkung. Mit Adler Senu ist zudem die Möglichkeit gegeben, die Umgebung in der Luft zu erkunden und wichtige Ziele zu erkennen und gleichzeitig zu markieren.



Neben neuen Spielmechanismen bietet das Spiel aber auch einen enormen Umfang. Zu abwechslungsreichen Hauptmissionen gesellen sich unzählige Nebenquests, mit welchen sich der Spielumfang beinahe verdoppelt. Viele Nebenquests entstehen auch während Hauptmissionen. Davon sind natürlich nicht alle spielerisch spektakulär ausgefallen, doch meistens führen jene "Beschäftigungs-Therapie"-Missionen an wunderschöne Orte, wodurch sich auch diese Quests lohnen. Die Optik gehört sowieso zu den Stärken des Spiels. Sei dies im Innern von Palästen, Höhlen oder Grabstätten - oder in der unendlich wirkenden Wüste, an paradiesischen Oasen oder in der Nähe von leuchtend roten Berglandschaften. Alles wirkt stimmig, technisch brillant und sorgt für eine unbeschreibliche Atmosphäre. Eine schlichtweg fantastische Spielwelt. Lässt hoffen, dass Ubisoft alle weiteren 'Assassin's Creed'-Ableger ebenfalls in dieser Qualität abliefert.


Genre: Action-Adventure
Plattformen: Xbox One, Playstation 4, PC
Release: 27. Oktober 2017
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Publisher: Ubisoft


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verfasst von Philipp Fankhauser
14. November 2017

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