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Als man vor sieben Jahren als Desmond Miles beziehungsweise als Altaïr in 'Assassin’s Creed' im Schleich- und Klettermodus reale, historische Städte besuchen und Ereignisse nachspielen konnte, wurde nicht nur ein neues Videospiel, sondern eine neue Spielerfahrung geboren. Mittlerweile ist die die Spieleserie zu einem wahren Franchise herangewachsen, welches nach zig Ablegern nun den grossen und exklusiven Schritt auf die neuen Next-Generation-Spielekonsolen gewagt hat.

Dieses Mal verschlägt es den Spieler nach Paris während der Zeit der Revolution. Ein mit Sicherheit vielseitiges, geschichtsträchtiges Kapitel - und vor allem wieder einmal in Europa, welches bekanntlich mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aus dem achtzehnten Jahrhundert aufwartet. Von der Story her spielt man nicht mehr einen Gegenwart-Charakter wie Desmond zu Beginn der Serie und auch keinen Abstergo-Mitarbeiter wie in 'Black Flag', viel mehr ist man nun Spieler eines Abstergo-Titels. Man beginnt diesen nichtsahnend in einem mittelalterlichen Setting zu spielen, bevor man von einer Hackerin aufgefordert wird ein unveröffentlichtes Kapitel zu spielen, um die letzte Ruhestätte eines Templer-Grossmeister zu finden.



Die Story ist wie immer, gewohnt grossartig und Kino-reif inszeniert. Aufgrund der Tatsache dass keine Gegenwart-Missionen zu absolvieren sind, wird eine vertiefte Charakterzeichnung jener Figuren im achtzehnten Jahrhunderts von Paris ermöglicht. Der Protagonist nennt sich Arno Dorian, welchen man bereits als Achtjähriger durch das wunderschöne Schloss Versailles steuert. Man lernt sein hartes Schicksal kennen, wie er zu dem jungen Mann wurde der er jetzt ist und natürlich auch für wen sein Herz schlägt. Diese „Kennenlern-Missionen“ ziehen sich gut eine Stunde lang, bevor man sich als Gefangener in der Bastille wiederfindet - pünktlich zur Stürmung am 14. Juli 1789. Von da nimmt die Intensität und Schwierigkeit der Missionen zu, auch wenn sich für viele erfahrene Spieler schon bald das altbekannte 'Assassin’s Creed'-Muster abzeichnet: Einen Übeltäter finden, töten, dessen Erinnerungen lesen und daraus den nächsten zu meuchelnden Übeltäter ausfindig machen. Diese Meuchler-Missionen wurden aber erstmals um einiges freier inszeniert. So muss man nicht mehr einem vorgegebenen Weg folgen, sondern kriegt lediglich das grobe Aufenthaltsgebiet des Opfers mitgeteilt sowie einige Tipps dazu. Wie, wo und über welchen Weg man das Attentat vollbringt, ist jedem Spieler selber überlassen. Zudem hat es endlich ein Schleich-Modus ins Spiel geschafft sowie eine Spieler-Silhouette, welche jeweils erscheint wenn man von einer Wache entdeckt wurde und so die letzte bekannte Position dem Gegner offenbart. Diese Spielmechanismen sind nicht neu, erinnern sehr an 'Splinter Cell', passen aber perfekt zu 'Assassin’s Creed' und runden das Spielerlebnis ab.



Die neuen Möglichkeiten, welche die Next-Gen-Konsolen zu bieten haben, merkt man zudem ebenfalls – und dies in gewaltigem Ausmass. Die Weitsicht ist extrem, die bereits zuvor grosszügige Detailverliebtheit wurde noch extremer (alleine die Gestaltung der Notre Dame nahm ein Jahr in Kauf) und zudem tummeln sich auf den Strassen nicht nur ein paar Passanten, sondern zuweilen Hunderte. Hinzu kommt dass fast jedes Haus begehbar ist und dort drin wohnende und arbeitende Pariser ihrem Tun nachgehen. Nicht selten trifft man auch auf ganze Menschenmassen, welche derzeitig am Demonstrieren sind - dies versetzt den Spieler nicht nur vom Setting her, sondern auch in punkto Atmosphäre ins Paris zur Zeit der Revolution zurück. Auch wenn 'Assassin’s Creed' inzwischen zu einer Marke wurde und wohl auch in Zukunft hauptsächlich dem Schema F folgen wird, wird es wohl nie langweilig werden, wenn man sieht wie greifbar und realistisch historische Geschichte inszeniert werden kann.


Genre: Action-Adventure
Plattformen: Xbox One, Playstation 4, PC
Release: 13. November 2014
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Publisher: Ubisoft


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verfasst von Philipp Fankhauser
13. November 2014

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