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Als vor ziemlich genau sechs Jahren 'Assassin’s Creed' erschien, erwartete die Gamer-Gemeinde ein ganz neues Spielerlebnis. Ein Third-Person-Adventure, welches ohne Schusswaffen auskam und ein flexibel-dynamisches Schleich- und Klettersystem beinhaltete, was zu zig Stunden Spielspass führte. Der schöne Nebeneffekt: Dank aufwendigen Recherchen erlebt man historische Augenblicke der Weltgeschichte hautnah mit, präsentiert in einer liebevoll umgesetzten Spielewelt, welche nur so von Detailverliebtheit und Authentizität zu strotzen weiss.

Spielte man im ersten Teil noch Altaïr während des Dritten Kreuzzugs um das Jahr 1200, verschlug es den Spieler in Teil 2, sowie 'Brotherhood' und Revelations' als Ezio Auditore nach Italien und Konstantinopel des sechzehnten Jahrhunderts. Im letztjährig erschienenen Titel wurde dann mit Connor Kenway die seit langem geforderte Amerikanische Geschichte während des achtzehnten Jahrhunderts aufgegriffen. In Teil Vier spielt man nun Edward Kenway, den Grossvater von Connor. Daher angesiedelt ebenfalls im achtzehnten Jahrhunderts, mit dem Unterschied dass dieses Mal keine sterilen Kolonialkämpfe im Mittelpunkt stehen, sondern das Goldene Zeitalter der Piraterie in der Karibik aufgegriffen wird.



Dieses Szenario macht wirklich Freude. Erstens gab es seit Jahren kein anständiges und zeitgleich authentisches Piratenspiel mehr, andererseits können nun die seit Teil 3 bekannten Seeschlachten endlich gebührend miteingebunden werden. Dies nahm sich auch Ubisoft zu Herzen, überarbeitete die Seeschlachten (inklusive Entern und Vorräte plündern) zu einem herrlich kurzweiligen und umfangreichen Spielmodus, welcher auch in den Missionen nicht zu kurz kommt. Was aber zu Beginn ins Auge sticht, ist die herrlich eingefangene Karibik-Atmosphäre. Man beginnt im städtischen Havanna, sticht in See und entdeckt zahlreiche kleine Inseln, die entweder aus dichtem Dschungel, kargen Felsen oder sandigen Einöden bestehen. Rund siebzig (!) verschiedene Schauplätze sind vorhanden - davon die drei grösseren Orte Havanna, Nassau und Kingston - und an jedem Schauplatz können diverse Sammelobjekte (Schätze, Animus-Fragmente, Aussichtspunkte, Maya-Geheimnisse usw.) gesucht und gefunden werden. Zudem können Forts erobert werden, welche nach erfolgreicher Belagerung noch mehr Geheimnisse auf der Karte aufdecken (Legendäre Schiffe die zu entern sind, Schiffswracks die mithilfe einer Tauchglocke zu durchsuchen sind oder Orte, an denen Wale mithilfe von Harpunen eingefangen werden können). Man sieht: 'Black Flag' ist unglaublich umfangreich und man wird selbst nach Abschluss der Hauptmissionen noch zig Stunden damit verbringen können.



Die Story ist zudem wie immer sehr gelungen, spannend auf Kino-Niveau erzählt und bindet auch historische Persönlichkeiten (Benjamin Hornigold, Anne Bonny, Charles Vane oder der legendäre Blackbeard) mit ein. Spieltechnisch gibt es auf der Karte nun viel mehr Versteckmöglichkeiten (was das Spiel jedoch nicht einfacher macht) und im Kampfsystem wurden die Konter etwas entschlackt, womit man wieder mehr gefordert wird. Zudem sind auch die Heiltränke abgeschafft, womit man sich für eine Gesundheits-Regenerierung zurückziehen muss. Ein Feature, welches überraschenderweise den Spielfluss fördert. Letztendlich ist man froh, dass 'Assassin's Creed' einen idealen Mix zwischen alten, funktionierenden Mustern und neuer, innovativer Elemente gefunden hat. Man darf sich also auf nächstes Jahr freuen.


Xbox One-Version:
Ubisoft veröffentlichte 'Assassin's Creed 4: Black Flag' auf sage und schreibe sechs unterschiedlichen Plattformen. Die Schweizer Fans kommen nun zum Verkaufsstart der Xbox One ebenfalls in den Genuss der Vorzüge der nächsten Konsolengeneration. Wie zu erwarten war, bleibt aber die grundlegende Spielerfahrung gleich. Auch wenn eine höhere Rechenleistung da ist: Vom Gameplay her ändert sich nichts. Die neuen Ressourcen wurden daher auch nicht für eine verbesserte Gegner-K.I. eingesetzt. Schade. Aber wenn man bedenkt dass der Titel eigentlich für die „alte“ Konsolengeneration entwickelt wurde, kann man darüber hinwegsehen. Technisch gibt es jedoch viele grafische Anpassungen und funktionale Neuerungen. So sind besonders Verfolgungsjagden auf der Xbox One viel flüssiger spielbar. Die detaillierte und weitsichtige Welt neigt bei der Xbox360-Version hin und wieder hardware-bedingt zu stocken, bei der Xbox One-Version ist dieser Makel behoben. Somit ist klar: Auch wenn 'Assassin's Creed 4: Black Flag' ursprünglich noch für die alte Konsolengeneration entwickelt wurde, ist die definitive Version des Spiels erst mit der Xbox One-Veröffentlichung gegeben. Spielerisch sind zwar noch viele Möglichkeiten und grosses Potential da ('Unity' kommt ja bald), aber technisch gesehen macht die Portierung eine ausserordentlich gute Figur.


Genre: Action-Adventure
Plattformen: Xbox360, Playstation 3, PC, Wii U
Xbox One (April '14), Playstation 4 (28.11.)
Release: 29. Oktober 2013
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Publisher: Ubisoft


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Herzlichen Dank an Ubisoft für das Rezensionsexemplar des Spiels!

verfasst von Philipp Fankhauser
21. November 2013

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