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Der Duke ist zurück - und wie! Nach einer Entwicklungszeit von fast fünfzehn Jahren ist nun endlich, endlich die Fortsetzung des 1996 erschienen 'Duke Nukem 3D' im Handel erhältlich. Unzählige Male wurde der Titel verschoben, das Projekt mehrmals neu begonnnen und zwischenzeitlich sogar eingestellt. Nun ist das Spiel aber endlich erschienen und die Erwartungen sind verständlicherweise astronomisch hoch. Die Fans haben schliesslich etliche Jahre darauf gewartet und wollen nun keineswegs enttäuscht werden.

Respektlos und politisch unkorrekt ist der Macho gewiss geblieben und seine selbstverliebten Sprüche fliegen in alle Richtungen. Natürlich ist der Duke in seiner Welt ein Übermensch und wird als Held gefeiert. Die Ruhe ist aber nur von kurzer Dauer und eine Alien-Invasion droht dem Las Vegas der Neuzeit – dem Duke wird vom Amerikanischen Präsidenten höchstpersönlich befohlen, auf keinen Fall den Krieg zu eröffnen oder irgendwelche angriffslustige Tätigkeiten zu unternehmen. Doch kaum zwei Minuten später sitzt der Actionrambo bereits hinter einer riesigen Stand-MG und bombt frischfröhlich auf die angreifenden Aliens. Duke Nukem – wie man ihn kennt und liebt.



Der Schein trügt nicht. Es ist ausserordentlich viel beim Alten geblieben. Das Problem dabei: Vor fünfzehn Jahren waren Action-Macker à la Schwarzenegger und Stallone und ihre derben Sprüche noch gross in Mode. Heutzutage stehen aber eher wendige, intelligente und brave Schönlinge im Fokus des Actiongenres. Dass der gesamte Titel aber nicht zeitgemäss ist, merkt man sehr schnell auch bei der Grafik. Die vielen Reboots in der Entwicklung haben den Titel sichtlich geschwächt: Die Texturen sind mässig, die Effekte mager und sehr oft (besonders im Hintergrund) sind unzählige Unschärfen zu erkennen – alles andere als ein bombastischer Comeback-Auftritt einer Legende. In Sachen Gameplay sind die Macher ebenfalls beim Alten geblieben, was im Grund aber gar nicht so schlecht ist: Denn wer einen Action-Shooter kauft, der will schliesslich auch „shooten“ und Action haben. Darauf beschränkt sich der Titel nämlich: Mit dicken Wummen auf besonders extraorbitante Aliens ballern. Realismus sucht man allerdings vergeblich: So kann Duke auch locker mit seinen Fäusten einen Dreimeter-Koloss bodigen und ist dank dem Trinken von Bier weniger schmerzempfindlich.



Für Abwechslung wird ebenfalls gesorgt. So kann Duke auch Autos fahren, sich im Spiegel anhimmeln, Donus futtern, Autogramme geben und auf die Toilette gehen (im Stehen, versteht sich). Über Sinn und Unsinn dieser Tätigkeiten lässt sich streiten – doch für einen 'Duke Nukem'-Titel passt's. Das Zielpublikum ist somit ganz klar jenes, welches die gesamten fünfzehn Jahre auf diesen Titel hoffte und erpicht darauf wartete. Für die ganz Hartgesottenen gibt es auch noch eine 'Balls of Steel Edition' des Spiels. Diese enthält eine Büste des Dukes, ein Echtheitszertifikat, ein 100-seitiges Artbook, Pokerchips und vieles mehr. Die Verkaufzahlen werden wohl ausschlaggebend sein, ob noch eine Fortsetzung erscheinen wird – eventuell in rund fünfzehn Jahren?


Genre: Actionshooter
Plattformen: Xbox360, PS3, PC
Release: 10. Juni 2011
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Publisher: Take 2


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Herzlichen Dank an die Gametime AG für das Rezensionsexemplar des Spiels!

verfasst von Philipp Fankhauser
20. Juli 2011

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