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Der erste Teil von 'The Crew' begeisterte vor vier Jahren wohl alle Arcade-Rennfans der Videospiel-Welt: Die gesamte USA in einem Spiel als Open-World-Map - befahrbar auf einem gigantischen Strassennetz aus zehntausend (!) Kilometern. Zudem wurde dem Game eine Story hinterlegt, welche den Spieler von Stadt zu Stadt und letztendlich von Küste zu Küste brachte und ihn unterwegs mehrere Nebenaktivitäten entdecken und absolvieren liess. Nun folgt von diesem Überraschungs-Hit der Nachfolger. Wiederum ist die ganze USA enthalten - und dieses Mal kann man sie nicht nur mit dem Auto erkunden, sondern auch per Flugzeug, Boot oder Motorrad.

Damit aber nicht genug. Insgesamt sind vierzehn verschiedene Vehikel-Kategorien verfügbar. Auto ist nicht gleich Auto. Denn vom Formel 1-Boliden bis hin zum Monster Truck und Rally Buggy ist so ziemlich alles vertreten was man sich vorstellen kann. Technisch hat sich ebenfalls einiges getan: Die Landschaften sind eindrucksvoller als noch im ersten Teil, weitsichtiger und mit den viele Wetter- und Lichteffekten (insbesondere bei den Sonnenauf und -untergängen) lädt das Spiel nicht selten zum Verweilen und Staunen ein. Der Grand Canyon im Mondlicht, die beschneiten Rocky Mountains im Kontrast zum stahlblauen Himmel oder die glitzernden Fassaden am Las Vegas Strip bei Nacht.



Auch vom Gameplay her wurde viel gefeilt seit dem Vorgänger. Die Autos bewegen sich geschmeidiger und sind kontrollierbarer in den Kurven. Der Arcade-Stil wurde zudem beibehalten - und das ist auch gut so. Insbesondere bei den Flugzeugen wäre eine zu komplexe Steuerung viel zu umständlich gewesen. Schliesslich muss man letztendlich Herr über vierzehn Fahrzeugkategorien werden, welche man von Rennen zu Rennen wechselt. Da wäre eine zu komplexe Steuerung nur motivationsschädlich. Zu bemängeln gibt es lediglich die etwas holprige Motorrad-Kontrolle sowie die Tatsache, dass es in Kurven hinsichtlich der Geschwindigkeit keinen Nachteil hat an den Leitplanken entlang zu schreddern oder Gegner als Lenkhilfe zu nutzen. Das setzt natürlich den Schwierigkeitsgrad etwas herunter, die nervige Gummiband-KI hebt diesen aber leider sofort wieder hoch... Denn auch wenn man zuweilen zwanzig Sekunden vor dem Zweitplatzierten fährt, schafft der es fast immer irgendwie kurz vor dem Ziel wieder aufzuschliessen. Doch Spass machen die Rennen trotzdem - in erster Linie dank der enormen Vielzahl an Fahrzeugen sowie den stets wechselnden Landschaften, Strecken und Austragungsorte. Dennoch verschenkt das Spiel aber leider sehr viel Potential. Das grösste Problem findet sich bereits zu Beginn des Spiels: Denn die komplette Karte ist von Anfang an freigeschaltet und mittels "Blitzreise"-Funktion kann man zu jedem beliebigen Rennen reisen. Die Erkundung der Karte wird so zur zeitraubenden Nebenaufgabe und die Motivation, zum Beispiel nach einer zwanzigminütigen Reise endlich die Skyline von Los Angeles zu erblicken, fällt auch weg. Man kann ja innert Knopfdruck dorthin reisen.



Aber selbst wenn das Point-zu-Point-Fahren Pflicht wäre: Viel entdeckt werden kann auf der Karte leider ohnehin nicht. Nebenaufgaben wie Radarfallen, Slalom-Strecken oder Kunstflüge sind nur sehr spärlich gesät und allesamt von Anfang an auf der Hauptkarte ersichtlich. Lediglich die Foto-Challenges sind nicht auf der Karte verzeichnet und müssen entdeckt werden. Doch denen werden wohl nur 100%-Gamerscore-Spieler folgen. 'The Crew 2' fehlt daher tatsächlich das Auslösen des Erkunder-Drangs beim Spieler. So eine schöne Map, mit so vielen Details und Sehenswürdigkeiten - doch sie wird wohl nur selten bis in den letzten Winkel entdeckt werden, da dies für den Spielfortschritt schlichtweg nicht nötig ist (eine wirkliche Story gibt es zudem leider auch nicht). Dennoch: Fans von 'The Crew' werden auch vom zweiten Teil begeistert sein. Die Langspielmotivation hält sich zwar in Grenzen, doch die Stunden bis man mal jedes Event einmal durchgespielt hat, werden von Kurzweil und viel Spielspass geprägt sein.


Genre: Rennspiel
Plattformen: Xbox One, Playstation 4, PC
Release: 29. Juni 2018
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Publisher: Ubisoft


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verfasst von Philipp Fankhauser
31. Juli 2018

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