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24 - Season 4



Release:
18. Mai 2006

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Kurzkritik:
Die vierte Staffel von '24' verbreitet zuerst einmal Skepsis, da fast der gesamte Cast ausgewechselt wurde. Doch dies legt sich im Verlauf der Season und die Story beginnt zu fesseln, auch wenn einige Zeitfehler und der Overkill an Ereignissen das Ganze ein bisschen abwerten. Für eingefleischte Fans wohl der bis anhin schwächste Tag aus Jack Bauers Leben. Die DVD ist eine wie schon die Vorgänger eine angenehm aufwändig gestaltete Produktion.







Inhaltsangabe

Nachdem Jack Bauer (Kiefer Sutherland) von der neuen Chefin der Anti-Terroreinheit CTU, Erin Driscoll (Alberta Watson), entlassen worden ist, hat er einen Job als Bodyguard des Verteidigungsminister James Heller (William Devane) angenommen. Mit dessen Tochter Audrey (Kim Raver) führt Jack zudem seit geraume Zeit eine heimliche Beziehung. Doch der Agent wird zurück in den Aussendienst gerufen, als eine neue Katastrophe das Land bedroht: Heller und Audrey werden von Terroristen entführt, um vor laufender Kamera exekutiert zu werden - live übertragen auf die ganze Welt. Die CTU unternimmt im Auftrag des neuen amerikanischen Präsidenten Keeler (Geoffrey Pierson) alles erdenklich mögliche, um die Erniedrigung der Staaten zu verhindern. Aber schon bald müssen die Beteiligten einsehen, dass es um viel mehr als nur eine Entführung geht…



Kritik

Die Faszination von '24' ist bei den Amerikanern ungebrochen: Dort läuft derzeit die fünfte Staffel und Kiefer Sutherland hat für drei mögliche weitere unterschrieben. Zudem ist ein Kinofilm zur Serie geplant. Es kommt also allerhand auf uns zu. Und hoffentlich besseres als die vierte Staffel, die 15 Monate nach der dritten spielt. Keine Angst: Der qualitative Anspruch der Serie ist nach wie vor extrem hoch und die Machart mit all den Splitscreens mitreissend und spannend. Vielmehr handelt es sich um eine Enttäuschung auf hohem Niveau. Besonders hart gesottene '24'-Fans werden in den ersten paar Folgen enttäuscht: Vom alten Cast bleibt nur noch Kiefer Sutherland und die super nervige Mary Lynn Rajskub als Technikerin Chloe übrig. In dieser Staffel ist sie gar noch unerträglicher als in Season 3. Elisha Cuthbert, bisher als Kim Bauer zu sehen, hat sich endgültig verabschiedet und auch von den Charakteren Tony, Michelle sowie Ex-Präsident Palmer fehlt jegliche Spur. Kommt noch dazu, dass man in der dritten Staffel Sherry Palmer und Nina Myers um die Ecke gebracht hat - zwei der Figuren, die viel zum Feeling der Serie beigetragen haben.

Dennoch sind die Neuzugänge durchaus gut. Besonders CTU-Leiterin Erin Driscoll, verkörpert von Alberta Watson, entpuppt sich als Schauspielgranate. Auch William Devane als Verteidigungsminister Heller ist gut getroffen. Etwas nervig hingegen ist Jacks neue Flamme Audrey: Kim Raver schafft es nicht immer, ihr den angebrachten Ton zu verpassen. So schleicht das erste Viertel der Staffel etwas vor sich hin, ohne wahre Höhepunkte zu bieten. Doch dann kehren nach und nach bekannte Gesichter wie Carlos Bernard (Tony), Reiko Aylesworth (Michelle) sowie in den letzten paar Folgen gar Dennis Haysbert (Palmer) zurück. Dies stimmt die Fans wieder glücklich und Neulinge der Serie erkennen erst die wahre Qualität. Leider stören auch noch andere Faktoren diese Staffel: Grosse Twists wie in den Vorgänger-Seasons gibt es nur wenige, auch die Spannung hat merklich abgenommen. Klar, auch das dritte Jahr war im Vergleich zu den vorherigen nicht mehr top, doch der vierte Tag unterbietet das noch ein kleines Stück.

Vielleicht gehen den Machern auch einfach die Ideen aus: Nach einem Personenanschlag, einem Nuklearangriff sowie einer Seuche hatten sie mit etwas neuem, noch grösserem aufkommen müssen. Nur: Was könnte diese Szenarien noch toppen? Also hat man ein wenig von allem genommen und zu einem bunten Mix gebraut. In diesem turbulenten Geschehen, das dieses Mal übrigens um 7.00 Uhr startet, kommen auch allerhand Zeitkuriositäten vor. So scheint es, als ob Jack und sein Team jeweils im Umkreis von einem Kilometer der CTU im Einsatz wären, denn innert wenigen Minuten sind sie jeweils zurück in der Zentrale. Aber zurück zur Geschichte, die uns wieder einen Bösewichten aus dem nahen Osten liefert, dieses Mal Arnold Vooslo (die Mumie aus 'Die Mumie'). Obwohl seine endgültigen Motive auch nach dem Season Finale nicht ganz klar sind, verkörpert er den bösen Schergen sehr gut. Auch interessant sind einige Statements, die die Regierung in der Serie teils indirekt auf das reale Bush-Szenario überträgt. Und auch an einen nicht handlungsfähigen Präsidenten haben sie in der zweiten Hälfte gedacht.

In dieser Staffel ist sicher wieder jede Menge los: Entführungen, Bombenangriffen, Flugzeugabstürze, ein Zugunglück, Atomgefahren. Dass dabei jedes einzelne zu einem anderen führt, wirkt ein wenig episodenhaft (ständig hört man die CTU-Leute "Im Moment ist dies unsere einzige Spur" sagen), die parallelen Handlungen kommen erst in der zweiten Hälfte wieder vermehrt zu tragen. Durch die Gewöhnung an '24' fällt man auch lange nicht mehr auf jede falsche Fährte herein und entlarvt Maulwürfe lange bevor es die Kamera tut. Und obwohl ein ultimatives Schreckensszenario aufgebaut wird, hat man nie das Gefühl, dass hier wirklich etwas überaus Schlimmes im Gang ist - das war bei den vorherigen Staffeln anders. Eben dieses letzte Wort trifft den Stil der Staffel am ehesten: Anders. '24' ist nach wie vor eine tolle Serie mit viel Action und nervenaufreibenden Momenten, wirkt dieses Mal einfach ganz anders aufgebaut. Zwar ist das 24 Stunden Prinzip inzwischen etwas ausgelaugt, jedoch hält dies nicht davon ab, sämtliche Folgen innert kürzester Zeit zu betrachten. Und vor allem für '24'-Neulinge könnte diese Season ein guter Einstieg in die Welt von Jack Bauer sein. Diese werden die erwähnten Kritikpunkte logischerweise (noch) gar nicht missen. Und ein paar Gänsehaut Momente in den letzten paar Folgen sind ebenfalls gewiss.

Die DVD
Bild
Am Bild würde der Zuschauer nicht unbedingt erkennen, dass es sich um eine TV-Serie handelt. Denn dieses kann es mit jenem Filmen aufnehmen. Zwar ist Rauschen immer wieder im Hintergrund zu erkennen und die Schärfe wirkt nicht immer optimal, aber der Gesamteindruck ist stimmig. Auch die realitätsnahen Farben und der nur selten überstrahlende Kontras tun ihr übriges. Im Kontext zu DVD-Bildern im Allgemeinen aber dennoch nur Durchschnitt.
Sound
Effekte sind aus den hinteren Lautsprechern nicht immer vernehmbar, aber jede Folge hat ein paar Surroundhighlights, wie etwa Verfolgungsjagden, Explosionen oder einfach die besonders gut implementierte Musik. Ab und zu sind aber die Stimmen im Vergleich zur Umgebung eindeutig zu leise abgemischt. Fürs TV-Genre ein gutes Werk.

Extras
- 12 Audiokommentare
- Season 5 Prequel
- 40 unveröffentlichte und erweiterte Szenen
- Building the new CTU
- Blood on the Tracks
- Lock and Load
- 24: Verschwörung - 24 Kurzfilm-Episoden
- Musik-Video: The Longest Day
- Making A Scene
- Inside-Look: The Sentinel
- '24: Das Spiel' Vorschau

Wie von '24' gewohnt, bietet auch die vierte Staffel-Box jede Menge interessanter Extras. Neben unglaublichen zwölf Audiokommentaren gibt es zusätzliches Filmmaterial in Form von 40 neuen beziehungsweise erweiterten Filmszenen. Die Highlights bilden jedoch die drei Dokumentationen, die Hintergrundwissen zur Show verraten. So ist man etwa hautnah mit dabei, wenn die neue CTU erbaut oder das grosse Zugunglück gedreht wird. Wer es bis zur kommenden fünften Staffel nicht mehr aushält, wird an einem Prequelvideo Gefallen finden, das die Story zur Season 5 einläutet. Das äusserst werbelastige 'Making a Scene'-Feature ist weniger gelungen. Zu Propagandazwecken wurden noch ein Musikvideo, eine Game-Vorschau sowie die Preview zu einem neuen Sutherland-Film ('The Sentinel') auf die DVD gepresst. Witzig: In 24 Kurzfilm-Episoden wird eine Mini-Staffel gezeigt, die zu Promozwecken aufs Handy geladen werden konnten.


DVD Übersicht
Filminformationen
Originaltitel 24 - Season 4
Genre Actionserie
Studio Imagine Television
Verleih 20th Century Fox Home Entertainment
Laufzeit ca. 1080 Minuten
FSK ab 16 Jahren
Created By Joel Surnow
Darsteller Kiefer Sutherland, Kim Raver, Carlos Bernard, Alberta Watson, William Devane, Lynn Rajskub, Reiko Aylesworth
 
Technische Details
Bild 16:9 (1.78:1)
Ton Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel Deutsch, Englisch, Finnisch, Schwedisch, Dänisch
Anzahl Discs 7
Verpackung Digipack

© rezensiert von Adrian Spring am 15.04.06

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