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Hard Candy



Release:
8. Januar 2007

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Kurzkritik:
Wie sollten Kinderschänder und –mörder bestraft werden? Hauptfigur Hayley in 'Hard Candy' hat ihre eigene Meinung dazu und setzt sie um. Für den Zuschauer bedeutet das 90 Minuten Hochspannung und Material zum Nachdenken. Ein sehr intensives Erlebnis, das durch die gute DVD-Technik und gehaltvolle Extras verstärkt wird.







Inhaltsangabe

Über einen Internetchat lernen sich Hayley (Ellen Page) und Jeff (Patrick Wilson) kennen. Nach einigen spannenden Diskussionen wagen sie es, sich in Natura zu treffen. In einem Café stehen sie sich zum ersten Mal gegenüber und präsentieren somit ihre wahre Identität: Sie ist eine 14-jährige Schülerin, er ein 30-jähriger Fotograf. Die beiden verstehen sich prächtig, auf Hayleys Drängen hin nimmt Jeff sie gar noch zu sich nach Hause. Er zeigt ihr seine Fotografiearbeiten, während sie sich einen Drink mix. Doch dann bricht Jeff plötzlich zusammen. Als er wieder zu sich kommt, findet er sich an einen Stuhl gefesselt und Hayley schwört ihm, dass dieser Tag für ihn die Hölle wird…



Kritik

Wer nichts über 'Hard Candy' weiss, würde während den ersten 15 Minuten vermuten, dass es sich um eine Romanze handelt. Weit gefehlt, denn schon bald mutiert der Film zu einem waschechten Psychothriller. Hayley ist nämlich alles andere als ein Unschuldslamm, sondern will Rache an Jeff. Für sie ist nämlich klar, dass er für die Entführung und vielleicht gar Tötung einer vermissten Jugendlichen verantwortlich ist. Kurzum: Hayley hält Jeff für einen Kinderschänder, der seine Berufung als Fotograf auch nutzt, um Minderjährige in lasziven Posen zu knipsen. Jeff dementiert die ganze Zeit, was den Zuschauer mehr als einmal an Hayleys Urteilsvermögen zweifeln lässt - bis sie Beweise für ihren Verdacht findet. Von diesem Punkt an gibt es für die Schülerin kein Zögern mehr für die Durchführung ihre Bestrafung.

Ellen Page liefert in 'Hard Candy' eine erstaunliche Performance ab: Sie wechselt manchmal im Sekundentakt vom unschuldigen Mädchen zur psychopatenhaften Rächerin. Dem gegenüber steht (oder vorwiegend sitzt) Patrick Wilson, der genau weiss, wann er sich als Opfer und wann ebenfalls als Psycho geben muss. Die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt also mehr als einmal. Und die Frage der Fragen ist immer wieder: Wer ist eigentlich das Opfer? Die stimmige Inszenierung trägt viel zur bedrückenden Atmosphäre bei: Interessante Kamerawinkel, gezielter Einsatz von Licht und Schatten und der gute Schnitt packen von Anfang bis Ende. Neben Page und Wilson gibt es übrigens nur noch drei weitere Sprechrollen, die jedoch zusammen nicht über zehn Sätze hinauskommen – doch die beiden Hauptakteure tragen den Film sowieso mühelos.

'Hard Candy' wagt viel, denn die Geschichte ist politisch äusserst brisant. Hayley erklärt im Film, warum sie selbst etwas gegen Kinderschänder unternehmen will: Vor Gericht werde immer auf Unzurechnungsfähigkeit plädiert, was zu milden Strafen führe. Wenn Jeff ihr dann entgegnet, dass sie durch ihre Tat selbst vor Gericht kommt, meint sie folgendes: "Wenn mir jeder im Land für meine gute Tat fünf Dollar für die Verteidigung schickt, kann ich mir den besten Anwalt leisten." Klever - und nicht unwahr. Das Thema um Kinderschänder könnte heikler nicht sein. Denn selbst wenn jemand wie Jeff zur Tatzeit Unzurechnungsfähigkeit ist: Was für eine Entschuldigung ist dies für das Opfer und dessen Angehörige? Ob Hayleys Methode der Selbstjustiz angebrachter ist, muss jeder für sich entscheiden. Aber 'Hard Candy' bringt die Thematik so spannend und aufregend auf die Leinwand, dass sie im Gedächtnis bleibt. Hayleys legt ihre Rachefunktion gegen Ende des Films dann ganz klar fest: "I am every little girl you ever watched, touched, hurt, screwed, killed."

 


Die DVD
Bild
Filmverleih Autobahn hat das Bild mächtig poliert. Besonders gelungen ist der Einsatz der Farben: Nach der warmen Eröffnung wird das Ganze kalt - wechselt mit Hayleys Stimmung aber immer zwischen den beiden Arten hin und her. Auch die Schärfe überzeugt meistens problemlos, wenn alle Details zu erkennen sind. Nur selten wird’s etwas schwammig. Rauschen tritt gelegentlich auf, aber nie störend.
Sound
Trotz der unauffälligen, aber gut eingesetzten Musik konzentriert sich der Ton auf die vorderen drei Lautsprecher. Dialoge bleiben somit aber zu jeder Zeit verständlich. In den wenigen Actionmomenten, setzt auch der Surroundsound ein und lässt den Puls höher schlagen. In Deutsch gibt es zusätzlich eine etwas kräftigere DTS-Spur.

Extras
- Audiokommentar mit Regisseur David Slade und Autor Brian Nelson
- Audiokommentar mit Ellen Page und Patrick Wilson
- Entfallene Szenen
- Featurette
- Filmdokumentationbr> - DVD-Tipps


Screenshot des DVD-Hauptmenüs

In einer hervorragenden Filmdokumentation erfährt der Zuschauer während 52 Minuten viel Wissenswertes über die Idee, das Casting, den visuellen Stil, die Produktion, die Nachbearbeitung und das Marketing inklusive Kinostart. Selbst auf die Farben und Kameraeinstellungen wird eingegangen. Danach bleiben kaum mehr Fragen offen. Das Featurette konzentriert sich hauptsächlich auf den Rachefaktor des Films und Hayleys Beweggründe für ihre Tat. Weiter sind auf der Bonus-DVD viele interessante zusätzliche Szenen zu finden. Auf der ersten DVD sind neben dem Film zwei Audiokommentare zu hören.

Der Film wird in einem Steelbook vertrieben.


DVD Übersicht
Filminformationen
Originaltitel Hard Candy
Genre Psychothriller
Studio Vulcan Production
Verleih Autobahn
Laufzeit ca. 100 Minuten
FSK ab 18 Jahren
Regie David Slade
Darsteller Ellen Page, Patrick Wilson, Sandra Oh, Odessa Rae, Gilbert John
 
Technische Details
Bild 16:9 (2.35:1)
Ton Deutsch: Dolby Digital 5.1
Deutsch: DTS 5.1 Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel Deutsch, Englisch
Anzahl Discs 2
Verpackung Steelbook

© rezensiert von Adrian Spring am 11.02.07

© Bilder, DVD-Screenshots, Autobahn

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