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Little Miss Sunshine



Release:
7. Mai 2007

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Kurzkritik:
Es ist schwierig zu beschreiben, was die Faszination von 'Little Miss Sunshine' ausmacht. Doch dieser Film macht die Welt einfach ein Stück glücklicher. Dass man dabei dank der grossartigen Besetzung auch noch Tränen lachen darf, macht die Unterhaltung perfekt. In den Herzen der Zuschauer hat der Streifen, dessen DVD enttäuscht, jedenfalls den Oscar für den besten Film gewonnen.







Inhaltsangabe

Das Leben der in Albuquerque wohnhaften Hoovers als normal zu bezeichnen, wäre wohl falsch. Vater Richard (Greg Kinnear) versucht verzweifelt, seinen erfolgsgarantierenden Motivationskurs zu verkaufen - nur leider ohne Erfolg. Der von Nietzsche inspirierte Sohnemann Dwayne (Paul Dano) hingegen hat ein Schweigegelübde abgelegt, bis er seine Ausbildung zum Jet-Piloten beginnen kann. Und Mutter Sheryl (Toni Collette) bangt um ihren schwulen Bruder Frank (Steve Carell), der sich vor kurzem das Leben zu nehmen versuchte. So richtig glücklich scheint nur die 7-jährige und recht mollige Olive (Abigail Breslin) zu sein, die an der Endausscheidung des 'Little Miss Sunshine'-Schönheitswettbewerbs teilnehmen darf. Völlig aus dem Häuschen fährt sie zusammen mit der ganzen Familie, inklusive ihrem Choreographen und Grossvater (Alan Arkin), in einem alten VW-Bus nach Kalifornien, um die Krone zu ergattern. Die turbulente Reise hält jedoch für alle ungeahnte Überraschungen und Tragödien bereit…



Kritik

Laut Richards Motivationsprogramm im Film gibt es zwei Arten von Menschen: Gewinner und Verlierer. Wenn man das System auf das Medium Film adaptieren würde, gehörte 'Little Miss Sunshine' ganz klar zu den Gewinnern. Das Quasi-Roadmovie bietet den sympathischen Charakteren während der langen Fahrt von Albuquerque nach Kalifornien genug Zeit, sich zu entwickeln und eine seelische Veränderung durchzumachen. Freud und Leid liegen da sehr nahe beieinander. Wenn die kleine Olive zum Beispiel erfährt, dass sie durch die Erkrankung einer Mitbewerberin im titelgebenden Schönheitswettbewerb nachrücken darf, freut man sich mit ihrem unbrechbaren Enthusiasmus. Aber genauso leidet man mit Dwayne mit, wenn er durch Zufall erfährt, dass sein Berufswunsch eine Unmöglichkeit ist. Dieser Moment ist eine Wucht und entfaltet so viel Gänsehaut, dass es einen fast so durchfährt wie den Charakter im Film. Das ist ganz grosses Kino und bestimmt einer der Gründe, weshalb 'Little Miss Sunshine' für den Oscar als bester Film nominiert wurde - leider ohne ihn schlussendlich zu gewinnen.

Leer ging der Film bei den Academy Awards aber trotzdem nicht aus. Zum einen gabs ein Goldmännchen für das hervorragende Drehbuch von Michael Arndt, in dem jedes noch so kleine Detail später weitergesponnen wird - etwa Olives Zweifel, ob sie aufgrund ihrer Figur kein Eis mehr essen soll. Einen zweiten Oscar sahnte Nebendarsteller Alan Arkin ab. Seine Rolle ist zwar tatsächlich nicht gross, doch in seinen Szenen zieht er die Aufmerksamkeit mit seinem spitzzüngigen, gleichzeitig so liebenswerten Spiel immer auf sich. Der Star von 'Little Miss Sunshine' ist aber klar die kleine Abigail Breslin, die zu den jüngsten oscarnominierten Darstellerinnen gehört. Wer diese süsse Dame nicht in sein Herz schliesst, hat womöglich gar keines. Alle weiteren Rollen sind mit Toni Collette, Greg Kinnear und Paul Dano ebenso treffend besetzt; Steve Carell fällt nicht nur durch sein weiss schimmerndes Outfit, sondern durch seine Glanzleistung auf.

Was 'Little Miss Sunshine' aus der Masse von Tragikomödien abhebt, ist nicht nur der ausgezeichnete Soundtrack, sondern auch der Humor. "Hintersinnig, anrührend, überraschend" trifft es wohl am ehesten. Egal ob Dwaynes Notizblock-Kommentare (er hat ja ein Schweigegelübde abgelegt) wie "Willkommen in der Hölle" oder Franks Versuch, Olive zu erklären, warum er sich das Leben nehmen wollte – ein Schmunzeln steht dem Zuschauer meistens im Gesicht. Aber auch die Kritik an der schönheitsbesessenen Welt schlägt ein wie eine Bombe. Der Wettbewerb am Ende des Films ist zum einen schockierend, da ausser Breslin sämtliche jungen Teilnehmerinnen mit diesen Nummern an einer echten nationalen Ausscheidung teilgenommen haben. Zum anderen entpuppt sich dieser Teil aber auch als ironische Interpretation eines solchen Anlasses und Highlight des Films. Denn spätestens mit Olives Auftritt (den sie vorher noch ihrem Grossvater widmet) bleibt vor Lachen kein Auge trocken. Ohne zuviel verraten zu wollen: So etwas hätte man zuletzt erwartet! Und genau diese Überraschung und Frische drückt das Gute-Laune-Gefühl von 'Little Miss Sunshine' treffend aus. Man muss den Film aufgrund seiner Ehrlichkeit und der keineswegs aufgesetzten Botschaft, dass jeder so ist, wie er ist, einfach lieben. Verlierer sind eben jene, die das nicht einsehen wollen.

 


Die DVD
Bild
Zwar gefällt das Bild auf den ersten Blick aufgrund einer schönen Farbvielfalt und viel Buntheit, doch wer etwas genauer hinsieht, sieht rasch das grosse Manko: Die Bildschärfe ist extrem schwach und verwaschen, Details sind kaum zu erkennen. Rauschen fällt nicht besonders auf, ist aber doch auszumachen.
Sound
Natürlich darf man kein Surroundspektakel erwarten, doch ein wenig mehr hätte Fox in Sachen Räumlichkeit schon bieten dürfen. Selbst bei der grossen, musikalischen Schlussszene kommen die hinteren Lautsprecher nicht richtig in Fahrt; immer ist nur ein bisschen was zu hören. Dafür stimmt die Verständlichkeit der Stimmen durchgehend.

Extras
- Audiokommentar
- Alternative Enden


Screenshot des DVD-Hauptmenüs

Selbst für einen kleinen Studiofilm enttäuscht die Knappheit an Extras. Neben einem interessanten und unterhaltsamen Audiokommentar, wo die beiden Regisseure Jonathan Dayton und Valerie Faris sprechen, enthält die DVD lediglich einige (zugegebenermassen) witzige alternative Enden, wahlweise mit Kommentar.


DVD Übersicht
Filminformationen
Originaltitel Little Miss Sunshine
Produktionsjahr 2006
Genre Tragikomödie
Studio Fox Searchlight Pictures
Verleih 20th Century Fox Home Entertainment
Laufzeit ca. 98 Minuten
FSK ab 6 Jahren
Regie Jonathan Dayton und Valerie Faris
Darsteller Greg Kinnear, Toni Collette, Abigail Breslin, Alan Arkin, Paul Dano, Steve Carell
 
Technische Details
Bild 16:9 (2.40:1)
Ton Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel Deutsch, Englisch, Türkisch
Anzahl Discs 1
Verpackung Amarayhülle

© rezensiert von Adrian Spring am 30.04.07

© Bilder, DVD-Screenshots, 20th Century Fox Home Entertainment

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