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Vor einigen Wochen kündigte Ubisoft überraschend an, dass in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2007 kein neuer Ableger zu 'Assassin's Creed' erscheinen wird. Bisher jährlich erschienen, will das Team eine Kreativpause einlegen um künftige Spiele noch besser zu gestalten. Im ersten Moment natürlich ein Schock für die riesige Fan-Gemeinde, doch vergangenen April startete bekanntlich die 'Chronicles'-Reihe. Ein lineares Jump’n’Run-Spiel in simpler 2D-Optik, welches letztendlich besser gefiel als zuerst angenommen.

Die als Trilogie aufgebaute 'Chronicles'-Reihe spielt in drei Ländern: China, Indien und Russland. Im April erschien 'China', neun Monate später 'Indien' und nur weitere vier Wochen später 'Russland'. Bisher lediglich als Downloads erhältlich, wurde zeitgleich mit dem letzten Titel nun auch eine Kaufversion für die Ladenregale veröffentlicht, welche alle drei Teile besitzt. Das Ganze für nicht einmal vierzig Franken. Die vermeintliche Geldmacherei und „Markenausschlachtung“ des 'Assassin's Creed'-Franchises entpuppt sich somit als reines Dankeschön für die Fans - und natürlich auch um diese bei der Stange zu halten, bis der neue „grosse“ Ableger im 2017 erscheinen wird.



Der überaus amüsante Zeitvertreib in 2D präsentiert sich in einem gewohnt hohen Mass an Detailverliebtheit. Auf In-Game-Spielfilmszenen im Blockbuster-Format wurde verzichtet, viel mehr wirkt 'Assassin's Creed: Chronicles' wie ein sich bewegendes Ölgemälde. Trotz allem unterhält das Spiel - und dies überaus gekonnt. Ist es in den „grossen“ Ablegern der Serie ein Leichtes reihenweise Gegner zu erledigen, konzentriert man sich bei 'Chronicles' vermehrt auf das Schleichen und darauf, stets aus dem Hinterhalt zu agieren. Nun ist auf einmal mehr Köpfchen und Timing gefragt, als blitzschnelle Tastenkombinationen und actionreiche Verfolgungen durch Innenstädte. Die 2D-Optik ist dabei sogar förderlich, da man seine nächsten Aktionen viel besser planen kann. Zudem erlaubt es das Spiel sich nicht nur nach links, rechts, oben und unten zu bewegen, sondern auch hie und da in die Tiefe, um dann auf einer neuen Ebene weiterzuspielen. Sichtkegel bei den Gegnern zeigen zudem was die jeweils sehen - und Farbanzeigen verdeutlichen, ob sie Gefahr „riechen“ oder den Spieler bereits entdeckt haben. Ganz nach dem grossen Vorbild sind natürlich auch Hilfsmittel vorhanden, welche die Gegner ablenken und verwirren. Zudem besitzt man auch einen Enterhaken welcher es ermöglich in einem Raum an die Decke zu gelangen um sich zu verstecken - und auch das Untertauchen in Menschenmassen ist möglich. Storytechnisch wird das Geschehen zwar etwas fade präsentiert (bei allen drei Teilen) doch bereits nach wenigen Minuten wird diese aufgrund der genialen Spielmethodik irgendwie zweitrangig.



Zum Schluss noch einige Infos zur Story der drei Ableger: In 'China' spielt man die Attentäterin Shao Jun und begibt sich ins Peking des 16. Jahrhunderts. Sie war Schülerin bei Ezio Auditore - ein altbekannter der 'Assassin's Creed'-Reihe. Bei 'Indien' verschlägt es den Spieler ins Jahr 1841 ins Reich der Sikh, wobei man in die Rolle des Assassinen Arbaaz Mir schlüpft. Im dritten und letzten Teil 'Russland' werden die Folgen der Oktoberrevolution von 1917 behandelt, bei welchem man als Assassine Nikolaï Orelov spielt. Letztendlich ist die 'Chronicles'-Reihe zwar kein Ersatz für die „grossen“ Ableger von 'Assassin's Creed', aber für gerade mal vierzig Franken sind sie ihr Geld wahrlich wert und ein netter Zeitvertreib für zwischendurch.


Genre: Action-Adventure
Plattformen: Xbox One, Playstation 4, PS Vita (ab 5. April 2016)
Release: 9. Februar 2016
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Publisher: Ubisoft


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verfasst von Philipp Fankhauser
24. Februar 2016

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