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Neben der 'Anno'- und der 'Assassin's Creed'-Serie gehört spätestens ab dem zweiten Teil auch die 'Far Cry'-Reihe zu den grossen Zugpferden von Ubisoft. Vor zwölf Jahren begab man sich im Erstlingswerk als Jack Carver ins südpazifische Mikronesien, daraufhin im zweiten Teil nach Ostafrika um einen Waffenhändler zu töten, in Teil 3 ging es als Jason Brody wieder zurück in die Pazifikgegend zu einem blutigen Piraten-Abenteuer, bevor man dann im vierten Teil ins fiktive Kyrat reiste, welches in der Gegend des Himalayas liegt.

Für den fünften Ableger, welcher der erste nicht nummerierte Teil der Serie ist, wagte man einen ganz besonderen Schritt - und verlegte die Handlung nicht in ein anderes Land, sondern reist über zwölftausend Jahre zurück in die Vergangenheit. Genau, in die Steinzeit. Damit füllt Ubisoft eine riesige Marktlücke. Shooter-Spiele in der nahen und fernen Zukunft gibt es wie Sand am Meer, jene die in der Neuzeit und zu Weltkriegszeiten sowieso und auch das Mittelalter wurde genügend oft aufgegriffen. Die Steinzeit ist im Videospielgenre wahrlich ein (fast) unbeschriebenes Blatt - und Ubisoft füllt dieses alles andere als spärlich.



Das Spiel beginnt mit einer Mammutjagd - und bereits hier merkt man, dass man die gewohnten Ansprüche an ein vielseitiges Waffenarsenal stark herunterschrauben muss. Speer, Keule, Pfeil und Bogen müssen ausreichen um im fiktiven Oros-Tal in Zentraleuropa überleben zu können - was aus der Ego-Perspektive den Begriff „Action“ neu definiert. Sind die ersten temporeichen Sequenzen vorbei, wird man gemächlich ins Spiel eingeführt und lernt die zahlreichen Funktionen kennen. Eine Währung und „Waffenläden“ gibt es verständlicherweise nicht. So müssen Rohstoffe gesammelt werden, die dann anschliessend zu Waffen verbaut werden können. Daher gilt: Immer schön sammeln was die detailreiche Landschaft hergibt - sonst steht man auf einmal waffenlos dem nächsten Leoparden oder mannshohen Grizzlybären gegenüber (was besonders in der Nacht, weit weg von der nächsten Feuerstelle, zu Gänsehaut-Momenten führen kann). Mit Hilfe eines aus 'Assassin's-Creed' adaptierten "Adlerauge" findet man die Rohstoffe aber sehr einfach - sofern man sich in der dafür geeigneten Gegend befindet. Schon bald merkt man, wie sich die Handlung und das wunderschöne Setting von 'Far Cry: Primal' ineinander verflechten. Im Verlaufe der Geschichte verschmelzt man dann auch förmlich mit der Tierwelt und kann diese aktiv für Missionsaufträge einsetzen. So hilft eine Eule die Landschaft auszukundschaften, das Reiten eines Mammuts ein komplettes feindliches Dorf plattzumachen oder das Anweisen eines Säbelzahntigers das gezielte Töten eines Gegners zu erleichtern.



Was Ubisoft ebenfalls hervorragend gelungen ist, ist die Handlung. Diese ist, 'Far Cry'-typisch, mit vielen irren Charakteren geschmückt (allen voran Schaman Tensay) und ist von Beginn weg spannend gestaltet. Der Brutalitätsgehalt ist zugegeben sehr hoch. Man trifft nicht selten auf ausgeweidete Menschen und auch ein aggressives Kannibalen-Volk fristet in Oros ihr Dasein. Doch das ist auch gut so, denn damals ging es überaus ruppig zu und her. Das Fähigkeiten-Modell stiftet zwar zu Beginn noch etwas Verwirrung (es gibt acht Skilltree's und 65 (!) zu erlernende Fähigkeiten) und das Gründen und Ausbauen eines eigenes Dorfes kommt hier ebenfalls noch dazu, doch nach einer Eingewöhnungszeit von zwei bis drei Stunden findet man sich im Spiel prima zurecht. 'Far Cry: Primal' ist anders als (fast) alles was der Videospielmarkt derzeitig hergibt - und so wird der Titel wohl zweifelsohne zu einem wahren Geheimtipp.


Genre: Action
Plattformen: Xbox One, Playstation 4, PC (ab 1. März 2016)
Release: 23. Februar 2016
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Publisher: Ubisoft


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verfasst von Philipp Fankhauser
26. Februar 2016

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