Aktuelle Kritiken
Come and Find Me The Edge of Seventeen
Assassin's Creed Rogue One: A Star Wars Story 3D
Shut In The Runaround: Die Nachtschwärmer
Mehr...
 
DVD Suche
 
 
md-press Shop
 

Das Erzählen von Geschichten und das Erschaffen von spannungsgeladener Atmosphäre gehörten schon seit jeher zu den Stärken von Remedy Entertainment. Genau aus diesen Gründen sind wohl 'Max Payne' und 'Alan Wake' auch die bekanntesten Produktionen aus dem finnischen Entwicklerstudio. Nun stehen sie mit einem neuen Titel in den Startlöchern: 'Quantum Break'. Ein Actionshooter, in dem die Zeit im Fokus steht. Protagonist Jack Joyce erhält nach misslungenen Experimenten mit der Zeit besondere Fähigkeiten, jene zu manipulieren. Eine Spielidee, welche derzeitig auf dem Markt noch ihresgleichen sucht.

An Beispielen von 'Red Dead Redemption' („Dead-Eye“-Zielvorrichtung) oder 'GTA V' (zeitweise verlangsamtes Autofahren) sieht man, dass mit dem Faktor Zeit bereits experimentiert wurde, allerdings nur beiläufig. 'Quantum Break' soll diesbezüglich vielseitiger ausfallen. Auffällig ist zu Beginn des Spieles aber vorerst eines: Die Inszenierung der Story. Man fühlt sich einmal mehr in einem Kinosessel, lässt sich von der Intensität der Bilder und der aufgebauten Atmosphäre fesseln und ist dann überrascht, wenn man nach der Einleitung plötzlich die Steuerung des Protagonisten übernehmen muss. Das Story-Erlebnis wird zudem durch eine eigens produzierte, im Spiel enthaltene vierteilige TV-Serie bestärkt.



'Quantum Break' ist in fünf Akte gegliedert, nachdem jeweils eine eben erwähnte TV-Episode abgespielt wird (und auch übersprungen werden kann). Das Interessante daran: Die Serie wurde mit jenen Darstellern gedreht, die auch die Render-Vorlage für die Ingame-Figuren gaben. So ist unter anderen 'The Following'-Darsteller Shawn Ashmore sowie auch Dominic Monaghan ('Lost) oder Aidan Gillen ('Game of Thrones') mit dabei. Hierbei wurden wahrlich keine Kosten und Mühen gescheut, um aus 'Quantum Break' ein Story-technisches Highlight zu machen. Aber auch spielerisch macht das Game eine gute Figur, auch wenn es sich in erster Linie um einen klassischen Third-Person-Shooter handelt. Schiessereien, Anpirschen und Rätsel lösen halten sich die Waage, führen jedoch zu guter und kurzweiliger Unterhaltung. Auffallend ist aber, dass die Gegner selbst in normalen Schwierigkeitsgrad eine hohe künstliche Intelligenz aufweisen. So fliegen bereits zu Beginn gerne mal Granaten in Richtung des Spielers. Ein Verschanzen an einem bestimmten Ort und das Warten darauf, bis sich die Gegner ins Schussfeld begeben funktioniert so nicht mehr - stets in Bewegung zu bleiben ist da unabdingbar. Doch das simple Zielsystem mit hohem Automatikfaktor hilft hier sehr gut mit. Hinzu kommen Jack’s besondere Fähigkeiten (aufgrund des misslungenen Zeit-Experiments). So können in der Nähe stehende Gegner kurzzeitig eingefriert werden und auch ein Geschwindigkeits-Booster, welcher über kurze Distanzen angewendet werden kann, verhilft zu Vorteilen - insbesondere im Nahkampf.



Technisch darf sich 'Quantum Break' gut und gerne mit aktuellen Genre-Referenzen messen, auch wenn die Texturen der Figuren - besonders in deren Gesichter - bestimmt schärfer hätten ausfallen können. Allenfalls liegt dies aber auch an der Vorgabe der realen Vorbilder. Letztendlich ist aus 'Quantum Break' aber trotzdem ein tolles Game geworden, welches insbesondere Spieler anspricht welche Wert auf eine gelungene Story legen. Dies merkt man spätestens nach dem ersten Akt wenn die erste TV-Episode beginnt. Möchte man diese überspringen, so geniesst man weiterhin einen durchschnittlich bis guten Third-Person-Shooter während man die Dialogzeilen überfliegt, bleibt man allerdings während der Episode gefesselt vor dem Bildschirm sitzen, so werden die nachfolgenden dreizehn bis fünfzehn Stunden zu einem spielerischen wie cineastischen Erlebnis.


Genre: Action
Plattformen: Xbox One
Release: 5. April 2016
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Publisher: Microsoft


Kaufen bei Wog.ch
Kaufen bei Cede.ch
Kaufen bei Exlibris.ch

verfasst von Philipp Fankhauser
20. April 2016

Zurück zur vorherigen Seite