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Es gibt Bücher die als unverfilmbar gelten, trotzdem verfilmt werden - und dann sogar noch gut ausfallen. Dieses Phänomen gibt es auch in der Videospielbranche. Nur sind es hier Genres, die als nicht-umsetzbar gelten. Nur fällt hierbei das Resultat meistens ernüchternd aus, weswegen es nicht viele Spieleschmieden wagen, auf komplett neue Genres zu setzen. Ubisoft geht diesen Winter mit 'Steep' jedoch genau diesen Schritt - und man kann ihnen wahrlich dankbar dafür sein.

Freeride-Skiing, Cross-Snowboarden sowie Paragliding und natürlich Wingsuit-Fliegen stehen nicht erst seit der tüchtigen Markenpräsenz von RedBull, GoPro und Co. auf dem Programm der heutigen Jugend. Da mit diesen Sportarten aber ultrahohe Risiken verbunden sind, beobachtet man lieber die Profis in den riskanten, aber Bilderbuch-schönen Winterlandschaften als selbst die beschneiten Steilhänge zu durchpflügen. Ubisoft ermöglicht nun den Spielern genau dieses Erlebnis hautnah mitzuerleben - und dies sogar in einem Open-World-Spiel. Ungewöhnlich für ein Wintersportspiel, aber für ein Freeride-Abenteuer umso passender.



Die Werbetrommel wird dafür gross geworben. Zahlreiche Sponsoren wie Red Bull, GoPro, Salomon, Picture und The North Face sind mit von der Partie und wenn man sieht wer das Spiel entwickelt hat, so kann man davon ausgehen dass wirklich viel Herzblut hineingesteckt wurde. Nicht nur ein hippes Kurzzeit-Produkt für den Winter, welches mehr Wert auf die grossen Einnahmen als auf ein sauberes Gameplay legt, sondern ein lohnenswertes Spielerlebnis. Ubisoft Annecy programmierte den Titel - eine renommierte Spieleschmiede welche unter anderem auch für sechs 'Assassin's Creed'-Titel (Teil 2 bis 'Unity') mitverantwortlich war. Die Entwicklung nahm letztendlich drei Jahre in Anspruch - welche sich aber auch ausgezahlt haben: 'Steep' bietet eine enorm grosse und vielseitige Spielwelt, welche einem Skigebiet entspricht wovon die meisten Wintersportler nur zu träumen wagen. Viele europäische Alpen-Highlights wie der Mont Blanc, das Matterhorn, der Ortler im Tirol oder die Aravis-Bergkette im französischen Savoie wurden zu einer kleinen Welt zusammengeschustert und ergeben in einem schicken Tag- und Nachtwechsel eine tolle Spielfläche. Zudem ist die Präsentation überaus gut gelungen: Der Pulverschnee glitzert in der Morgen- und Abendsonne, jeder Schritt des Protagonisten im Tiefschnee klingt und wirkt authentisch und auch wenn die Welt nur aus wenigen Häusern besteht, sondern mehrheitlich aus Schnee, Bäumen und Felsen, wirkt sie dennoch sehr abwechslungsreich - und enorm realistisch. Bei einer Salomon-Challenge beispielsweise gilt es, das Ziel (welches vom Gipfel aus erkennbar ist), in unter fünf Minuten zu erreichen. Wenn man dann als Spieler letztendlich über sieben Minuten dafür gebraucht hat, obwohl man fast immer Vollgas gegeben hat, merkt man wie riesig die Welt von 'Steep' tatsächlich ist.



Grundsätzlich ist man zu Fuss unterwegs und kann bei Stillstand jederzeit auf Ski, Snowboard, Wingsuit oder Paraglider wechseln. Alle Challenges auf der Karte sind via Schnellreise stets direkt erreichbar sowie auch so genannte Base Camps, von denen aus man auch neue Hänge und Routen testen und später auch speichern kann. Mit Ski und Snowboard ist man natürlich am meisten unterwegs, bieten sie auch die solideste Steuerung - mitsamt gesamter Trickpalette (wenn auch ohne Grinden). Wingsuit und Paraglider sind dann eher nette Goodies. Wingsuit-Rennen sind extrem rasant und meistens (zu) schnell wieder vorbei und Paraglider sind oft das Gegenteil: Gemütlich und etwas langatmig und zudem auch recht anspruchsvoll zu steuern, da die Luftströmungen nicht ganz so leicht zu erkennen sind wie vielleicht erwünscht. Einziges Manko von 'Steep' ist letztendlich das Navigieren in der Bergpanorama-Ansicht und dabei die Übersicht zu behalten, wo man schon war und was man schon gemacht hat. Aber nach zwei bis drei Stunden findet man sich ganz gut zurecht - und die zwei bis drei Stunden sind zudem extrem schnell vorüber gegangen. Man darf gespannt sein wie es in den nächsten Jahren damit weitergehen wird.


Genre: Wintersportspiel
Plattformen: Xbox One, Playstation 4, PC
Release: 2. Dezember 2016
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Publisher: Ubisoft


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verfasst von Philipp Fankhauser
7. Dezember 2016

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