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Nur sehr wenigen war 'Tron' bisher (noch) ein Begriff. Computerspiel-Nostalgiker werden sich wahrscheinlich noch an das Spiel von 1982 erinnern: Wild umherdüsende "Light Cycles", welche hinter sich Wände aufziehen um so dem Gegner die Weiterfahrt zu verhindern. Was allerdings weniger Leute wissen: Es gab im gleichen Jahr auch einen Film dazu, auf dem sogar das legendäre Computerspiel basiert. Bei diesem gleichnamigen Streifen führte Steven Lisberger Regie und kein geringerer als Jeff Bridges besetzte die Hautprolle.

Nun hat Disney nach über achtzehn Jahren eine Fortsetzung gedreht, welche bald in die Kinos kommen wird: 'Tron: Legacy'. Da ist es eigentlich verwunderlich, dass das parallel zum Film erscheinende Spiel nicht 'Legacy', sondern 'Tron: Evolution' heisst. Der Grund dafür ist eigentlich recht simpel: Die Geschehnisse welche in diesem Spiel abgehandelt werden spielen zwischen dem ersten und dem zweiten Kinofilm - Anreiz genug für eingefleischte Fans, sich das Spiel mit dem „exklusiven“ Story-Inhalt zu ergattern. Das letzte 'Tron'-Spiel erschien vor sieben Jahren - anders als erwartet handelte es sich damals um einen Ego-Shooter. Dies ist bei 'Tron: Evolution' nun anders.



Programmiert wurde das Spiel vom hauseigenen Disney-Entwicklerstudio Progaganda Games. Die Hauptfigur nennt sich Anon und gesteuert wird dieser aus der 3rd-Person-Perspektive. Es gibt Kämpfe zu bestreiten, aber aufgrund einer eher mässig ausgefallenen Steuerung liegt die wahre Schwierigkeit eher im Bedienen des Charakters, sprich: Die Jump’n’Run-Einlagen. Jene sollten eigentlich als Lockerungsübung für zwischendurch dienen, werden den Spieler aber wohl die meisten Nerven kosten. Ganz ehrlich: Von einer Film-Adaption erwartet man ja inzwischen nicht mehr allzuviel Innovation bzw. Qualität – diese Titel eignen sich eigentlich nur für wahre Fans des Films und liegen nach einigen Wochen wieder in der Schublade. Dementsprechend geht man natürlich nicht mit einer solchen Detailverliebtheit heran, wie es beispielsweise Rockstar Games macht. Hin- und wieder schleichen sich also solch hakelige Steuerungspassagen oder unnütze Kamerapositionen ein, welche das Spielerlebnis leicht trüben. Schade. Die Standardwaffe von Anon ist der Diskus, welcher abgesehen davon dass es keine klassische Schusswaffe ist, leider nicht viel Innovation mit sich bringt. Und natürlich dürfen auch einige Specialmoves nicht fehlen.



Letztendlich handelt es sich bei 'Tron: Evolution' um einen ganz normalen 3rd-Person-Shooter mit drei Schwierigkeitsgraden – nicht mehr und nicht weniger. Das Spiel ist, trotz den Vorurteilen da es sich ja um ein Filmspiel handelt, nicht ausserordentlich schlecht ausgefallen, kann sich aber auch keineswegs Referenzspiel nennen. Einziger Kaufgrund sind wohl die Light Cycle-Motorrad-Rennen, welche Adrenalinstösse versprechen, indem bei hoher Geschwindigkeit Gegner und Hindernisse umfahren werden müssen – aber auch dieses Feature hätte man mit ein bisschen mehr Detailverliebtheit noch spektakulärer ausfallen lassen können.


Genre: Action-Adventure
Plattformen: XBox360, PS3, Wii, PC, PSP, Nintendo DS
Release: 20. Januar 2011
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Publisher: Disney Interactive Studios


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Herzlichen Dank an Disney Interactive Studios für das Rezensionsexemplar des Spiels!

verfasst von Philipp Fankhauser
20. Januar 2011

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