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Open-World-Games haben es im heutigen Computerspielemarkt sehr schwer. Auch wenn das Spielprinzip dieses Genres äusserst simpel ist, drängt doch eine Referenz (wenn nicht die Referenz schlechthin) ständig in den Vordergrund: 'Grand Theft Auto'. Seit fünfzehn Jahren dominiert diese Serie die Spielebranche und nennt quasi das Open-World-Genre ihr eigen. Ein kleines Entwicklungsstudio namens Volition, Inc. liess sich davon jedoch nicht einschüchtern und veröffentlichte vor sieben Jahren 'Saint's Row' - einen Open-World-Titel.

Inzwischen steht bereits der vierte Teil der Serie in den Verkaufsregalen, was wiederum beweist dass die Reihe eigentlich nichts falsch gemacht hat. Zwar steht 'Saint's Row' noch immer im Schatten von 'Grand Theft Auto', da sich die Saints jedoch zu keiner Zeit ernst nehmen und viel lieber überdreht, unrealistisch und überzeichnet daherkommen, kann man die beiden Formate trotz des ähnlichen Spielprinzips eigentlich nicht vergleichen. Im vierten Teil treiben es die Entwickler nun in punkto Crazyness und Überdrehtheit klar auf die Spitze: Die Saints sind inzwischen im Weissen Haus angekommen (als Spieler übernimmt man sogleich den Posten des US-Präsidenten), bevor Aliens jedoch eine wüste Invasion starten.



Kurz darauf wird die Erde durch die Aliens pulverisiert und es wird daher in einer Simulation der Metropole Steelport (bekannt aus 'Saint's Row: The Third') weitergespielt ('Matrix' lässt grüssen). Dies ermöglicht natürlich übernatürliche Fähigkeiten wie Turbo-Rennen, -Springen oder das Heraufklettern von Hauswänden. Natürlich ist auch das Schiessen von Feuerbällen und Einfrieren von Gegnern möglich - nebst der Tatsache via Telekinese Autos und Personen durch die Luft zu schleudern. Wer sich jetzt immer noch angesprochen fühlt, für den ist 'Saint's Row IV' klar die richtige Wahl. Zwar liegen zwischen dem jetzigen Szenario und demjenigen vom ersten Teil Welten (damals ging es um einen klassischen Bandenkrieg zwischen drei Gangs) - aber genauso weit ist der Titel nun auch von 'Grand Theft Auto' entfernt und somit nicht mehr als direkte Konkurrenz einstufen. Der Einstieg in 'Saint's Row IV' ist schon mal genial ausgefallen (alleine der Auftritt wie man im Oval Office landet). Dabei merkt man sofort: Der Soundtrack ist top, die Geschichte temporeich und überaus witzig erzählt, aber technisch wirkt das Spiel keineswegs wie aus dem Jahre 2013. Die Grafikengine wurde seit dem dritten Teil nicht verändert, nach wie vor fehlen dem Spiel aber die Details und eine Atmosphäre, die dem Titel Leben einhaucht. Auch sind die Texturen nach wie vor verwaschen und trotz der stolzen Grösse kann man Steelport nicht wirklich als abwechslungsreich bezeichnen. Zudem lässt sich nach wie vor alles Fahrbare sehr mühsam steuern und Ruckler sind an der Tagesordnung. Hinzu kommt dass auch die bereits im dritten Teil sehr schlechte Gegner-KI überhaupt nicht verbessert, sondern eher noch verschlechtert wurde. Schade.



Trotz all diesen technischen Rückschlägen vermag 'Saint's Row IV' aber dennoch zu gefallen - zumindest spieltechnisch. Wenn man möchte kann man zig Stunden in Steelport verbringen. Die Nebenmissionen sind zwar nicht unbedingt einfallsreich und fordernd, aber aber haufenweise vertreten und für gute Unterhaltung sorgend. Erst nach zwei, drei Spielstunden hat man alle Typen von Nebenmissionen kennengelernt und kriegt so einen guten Überblick, wie umfangreich 'Saint's Row IV' im Endeffekt ausgefallen ist. Bald erscheint nun 'Grand Theft Auto V' - technisch wird dieser Titel der 'Saint's Row'-Serie bestimmt um Längen überlegen sein, doch wenn der schräge und überdrehte Humor beigehalten wird, ist auch ein fünfter 'Saint's Row'-Teil denkbar.


Genre: Action
Plattformen: Xbox360, Playstation 3, PC
Release: 23. August 2013
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Publisher: Deep Silver


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Herzlichen Dank an Deep Silver für das Rezensionsexemplar des Spiels!

verfasst von Philipp Fankhauser
10. September 2013

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