Aktuelle Kritiken
Breaking News in Yuba County SpongeBob Schwammkopf - Eine schwammtastische Rettung
100% Wolf Escape Room 2 - No Way Out
Space Jam: A New Legacy The Unholy
Mehr...
 
DVD Suche
 
 
md-press Shop
 

Mehrfach verschoben und dadurch natürlich ordentlich gehypt worden (aber damit auch unfreiwillig die Erwartungen erhöht), erscheint nun endlich das lang ersehnte 'Project CARS' der 'Need for Speed: Shift'-Entwickler Slightly Mad Studios. Herausgekommen ist keine Kopie von 'Gran Turismo' oder 'Forza', sondern ein technisch geniales und abgerundetes Rennspiel mit toller Grafik, vollem Sound, gespickt mit der Gameplay-Raffinesse eines 'Assetto Corsa'. Der Fokus liegt dabei ganz klar darauf, dem Spieler unzählige Freiheiten zu gewähren.

Auch wenn die Vorschuss-Lorbeeren grösstenteils berechtigt sind, stellt 'Project CARS' nun nicht alle bisherigen Renn-Simulationen in den Schatten. Das Spiel ist gut, zweifelsohne, aber nicht perfekt. Es ist nicht kommerziell und verfolgt nicht die bekannten Spielprinzipien, weswegen der Titel wohl auch durch Crowdfunding finanziert wurde. Slightly Mad Studios wollten offensichtlich keinen grossen Publisher im Rücken haben, welcher ihre Vision stören hätte können. So entstand aus 'Project CARS' ein „Setzbaukasten“, mit dem man sich die Rennen so zusammenstellt, wie man sie gerne hätte: Strecke, Fahrzeug-Klasse, KI-Stärke, Anzahl Gegner, Wetter - alles ist einstellbar und es wird förmlich dazu eingeladen.



Ein Karrieremodus ist zwar vorhanden, dieser überlässt dem Spieler aber so viele Freiheiten dass er diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient. Bereits zum Spielbeginn kann man mit den leistungsstärksten Boliden Saisons fahren, jene Spieler die es aber gerne klassisch mögen, beginnen ganz „unten“ bei den Gokarts und arbeiten sich über Rennen mit Serienautos, Retro-Karossen, Formel 1-Racern und Rally-Wagen nach oben in die Spitzenklasse, wo unter anderen Supercars und Le Mans-Renner auf den Spieler warten. Insgesamt bietet das Spiel zwar nicht viele Autos, dafür überraschend viele Fahrzeugtypen. Dies fördert natürlich den Spielspass enorm. Trüben könnte das Spielvergnügen bei einigen Spielern allerdings doch der etwas sehr frei gestaltete Karrieremodus. Er besitzt keine Handlung, aber immerhin eine vorgegebene Reihenfolge von Events die zu absolvieren sind und Punkte gesammelt werden können. Der Reiz diese zu bestehen ist aber grundsätzlich gering, da auf den Spieler keine Belohnungen von neuen Fahrzeugen, Kategorien oder Rennklassen warten - es ist ja bereits alles von Beginn an verfügbar. 'Project CARS' bietet zwar über einhundert Kurse in dreissig detailliert gezeichneten Standorten, doch mit Ausnahme weniger (zum Beispiel die Côte d'Azur oder der California Highway) unterscheiden sich diese kaum merklich. Die Option, ein Rennen mit über dreissig (!) Gegnern zu starten, macht aber sehr schnell die wenig vielseitige Umgebung vergessen. Denn das Gameplay und die Grafik sind die wahren Stärken von 'Project CARS'.



Vom Fahrverhalten her wurde ein idealer Mix aus Realismus und Arcade gefunden, wobei die Gewichtung natürlich klar auf dem Realismus liegt. Der KI-Wert kann auf einhundert (!) unterschiedliche Werte eingestellt werden, wodurch nach einigem Proben die Gegnerstärke genau auf den Spieler abgestimmt werden kann. Grafisch überzeugt 'Project CARS' ebenfalls - und nicht nur das: Das Wetter nimmt spürbaren Einfluss auf das Spiel. So muss man wohl oder übel bei einsetzendem Regen an die Box fahren um neue Reifen aufzuziehen, da diese „Kleinigkeit“ selbst Rennsport-Novizen nach einigen Kurven bemerken werden. 'Project CARS' ist somit ein idealer Zeitvertreib, wenn auch nur für eingefleischte Rennfans. Denn klassisch kommerziell erzogene Videospieler finden leider - trotz überaus guter Machart - zu wenig Langzeit-Herausforderungen in dieser sonst genialen Rennsimulation.


Genre: Rennspiel
Plattformen: Xbox One, PS4, Wii U, PC
Release: 7. Mai 2015
Altersfreigabe: ab 3 Jahren
Publisher: Bandai Namco


Kaufen bei Wog.ch
Kaufen bei Cede.ch
Kaufen bei Exlibris.ch

verfasst von Philipp Fankhauser
22. Mai 2015

Zurück zur vorherigen Seite