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Man kann von der Franchise halten was man will, doch 'Need for Speed' ist und bleibt der Inbegriff des Videorennspiels. Seit fast zwanzig Jahren existiert die Marke und mit 'Rivals' erscheint nun auch der zwanzigste Teil der Reihe (das Onlinespiel 'NFS World' ausgenommen). Dennoch umgeben die Serie einige Alterserscheinungen und Innovationsschwächen, die man in den letzten Teilen auszumerzen versucht hat. Mit 'The Run' erschien ein tolles Konzeptspiel, welches aber nur kurzfristig interessant war und mit der Neuauflage von 'Most Wanted' wurde kürzlich das Gegenteil erreicht: Eine Innovationsflut.

Es ist also wieder einmal Zeit über die Bücher zu gehen: Vom Entwicklerstudio Criterion Games hat man sich nun jedoch getrennt - auf den ersten Blick zumindest. Denn tatsächlich haben achtzig Prozent aller Entwickler von Criterion zum Ghost Games Studio gewechselt, da Criterion künftig keine Games mehr entwickeln wird. Somit darf man gerne behaupten, dass das Team um 'Most Wanted' all ihre „Verbesserungsmassnahmen“ in 'Rivals' stecken kann. Im Mittelpunkt des neuesten Ablegers steht das ewige Duell zwischen Cops und Rasern - somit ein altbekanntes Konzept. Bleibt nur zu hoffen dass dieses Mal wieder der Spielspass und nicht die Innovation im Vordergrund steht.



Das Spiel beginnt mit einer kurzen, optisch sehr netten, aber doch etwas träge wirkenden Einführung. Grundgedanke ist, dass man sich jeweils für die Raser- oder die Cops-Seite entscheidet. Als Raser kann man sich durch gute Rennplatzierungen oder Manöver so genannte Speed-Points verdienen und in seine Autos stecken. Wenn Autos freigeschaltet sind kann man sie kaufen, ansonsten aber auch aufmotzen. Das Tuning-Programm ist dabei überraschend stark abgespeckt worden, so dass man kaum glaubt, dass dieselbe Spielserie mal 'Underground' präsentiert hat. Um aufzusteigen und beispielsweise Autos freischalten zu können, werden so genannte Speed-Listen abgearbeitet. Man hat stets die Wahl zwischen drei Listen mit unterschiedlichen Aufgaben, welche gute Platzierungen bei Events, Höchstgeschwindigkeiten, Weitsprünge oder ähnliche Tätigkeiten enthalten. Absolvierte Listen können aber nicht wiederholt werden - was merkwürdig ist, da die Motivation, die eigens aufgestellten Bestzeiten zu schlagen, normalerweise ein Langzeitspass-Garant ist. Ebenfalls eine Neuerung ist die Easy-Drive-Navigation. Sucht man zum Beispiel eine Garage, gibt man dies im Navi ein und das GPS errechnet den Weg zur nächstgelegenen Garage. Die Nachteil dabei: Da selbst im Einzelspielermodus keine Pause-Funktion existiert, muss man die Easy-Drive-Navigation auch während einer Verfolgungsjagd bedienen können, was unter Umständen etwas mühsam sein kann.



Für einen Arcade-Racer lässt sich 'Rivals' zudem leider sehr träge steuern - die Handbremse reagiert da jedoch im Gegenzug wieder viel zu heftig. Nach etwas Übung hat man aber irgendwann den Dreh raus wie man diese beiden Eigenschaften am besten kombiniert. So hat man zwar ein funktionierendes Gameplay, optisch sieht das Ganze aber alles andere als realistisch aus... Letztendlich ist 'Rivals' aber dennoch kein schlechtes Spiel. Es sind wohl die hohen Ansprüche die man an die 'Need for Speed'-Reihe hat, welche die vielen kleinen Macken unnötig gross erscheinen lassen. In der Lage der Macher möchte man somit nicht stecken, denn es braucht nun eine ganze Menge, 'Need for Speed' vom Pannenstreifen wieder auf die Überholspur zu bringen.


Xbox One-Version:
Ein Monat nach dem Xbox360-Release erschien der neueste Ableger der 'Need for Speed'-Reihe auch für die neue Konsolengeneration. Bereits nach wenigen Minuten spielen zeigen sich die technischen Unterschiede der beiden Versionen: Mit der 'Battlefield 4'-Engine Frostbite 3 wird eine Hochglanzoptik im wahrsten Sinne des Wortes geboten. Auch wenn die Weitsicht bei beiden Ablegern fast identisch ist, sind die Texturen bei der Xbox One in der Ferne um einiges schärfer. Auch das Auto wirkt detaillierter und spiegelt viel mehr der Umgebung wieder. Überhängende Strassenschilder und Äste von Bäumen werden nun auf dem Autodach reflektiert, was bei der Xbox360-Version nicht der Fall ist. Alle Schatteneffekte sind zudem satter, prägnanter und wirken auch um ein Vielfaches dynamischer (besonders in den Kurven sieht man förmlich dass bei der Xbox One mehr gerechnet werden kann als noch bei der Xbox360). Diese Leistung sorgt auch dafür, dass stellenweise Blätter über die Strecke wehen und Lense-Flare-Effekte das Bild dominieren. Neben 'Forza 5' ist 'Need for Speed: Rivals' somit eines der technisch ausgefeiltesten und optisch schönsten Release-Titel für die Xbox One.


Genre: Rennspiel
Plattformen: Xbox360, Playstation 3, Playstation 4, PC
Xbox One (April '14)
Release: 20. November 2013
Altersfreigabe: ab 7 Jahren
Publisher: Electronic Arts


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Herzlichen Dank an Electronic Arts für das Rezensionsexemplar des Spiels!

verfasst von Philipp Fankhauser
30. Dezember 2013

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