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Pirates Of The Caribbean 3 - Review

Teil 2 war vergleichsweise enttäuschend. Kann 'Am Ende der Welt' die Piraten-Saga dennoch befriedigend abschliessen?

Inhaltsangabe

Jack Sparrow (Johnny Depp) ist tot. Na ja, nicht ganz. Er ist nur in Davy Jones’ (Bill Nighy) Spind weggesperrt - weitaus unangenehmer als der Tod. Um ihn von diesem schrecklichen Ort wieder zurückzuholen, reisen Captain Barbossa (Geoffrey Rush), Elizabeth Swann (Keira Knightley) und Will Turner (Orlando Bloom) nach Singapur. Denn der asiatische Piratenkapitän Sao Feng (Chow Yun-Fat) besitzt eine Seekarte, die den Weg über das Ende der Welt hinaus weist, dem Aufenthaltsort von Jack. Doch nach der Rettung des eigenbrötlerischen Spinners muss sich die Truppe mit dem eigentlichen Problem auseinandersetzen: Die East India Trading Company beherrscht die Flying Dutchman, Davy Jones’ Schiff, und löscht jegliches Piratenleben aus. Deshalb müssen sich alle grossen Piratenkapitäne der Sieben Weltmeere zusammenschliessen und nicht nur ihre Freiheit, sondern auch Existenz verteidigen…


Kritik

Unter welchem Druck 'Pirates Of The Caribbean - Am Ende der Welt' doch steht: Der Vorgänger spielte über eine Milliarde Dollar ein, enttäuschte aber inhaltlich ein wenig. Noch dazu muss der dritte und (vorerst) letzte Teil der Piraten-Saga alle bisherigen Handlungsstränge zu einem Ganzen zusammenbringen. Und siehe da: Regisseur Gore Verbinski und Produzent Jerry Bruckheimer gelingt das Kunststück. Zur Machart braucht gar nichts mehr gesagt zu werden: Der Oscar für 'Dead Man’s Chest' spricht klare Worte. Viel interessanter ist der Wandel des Stils. So präsentiert sich das Spektakel um einiges düsterer als der zweite Teil; fast durchgehend bewegen sich die Ereignisse in nebelverschleierten Gebieten. Interessant bei der Musik: Das altbekannte Pirates-Theme erklingt kein einziges Mal. Doch Hans Zimmers neues Werk besteht die Feuerprobe auch problemlos ohne die familiäre Melodie.

Die Charaktere machen ebenfalls interessante Wandel durch: Will Turner geht mit Sao Feng einen unethischen Pakt ein, damit er seinen Vater befreien kann. Am Ende vollführt er gar sein Schicksal, das die mysteriöse Tia Dalma schon in 'Dead Man’s Chest' angedeutet hat. Jack Sparrow kann es natürlich auch nicht lassen: Sobald er aus Davy Jones’ Spind gerettet ist, versucht er einen Deal mit der East India Trading Company zu deichseln, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Die grössten Veränderungen durchlebt aber Elizabeth Swann: Von einer normalen Matrosin bis hin zur Piratenkönigin (!) nimmt sie die unterschiedlichsten Rollen ein - vom verwöhnten Mauerblümchen des ersten Teils ist nichts mehr zu spüren. Immer noch der alte Haudegen ist der von den Toten wieder erweckte Barbossa. Und es bereitet Geoffrey Rush sichtlich Freude, nochmals das Schwert zu schwingen. Der versprochene Kurzauftritt von Rolling Stone Keith Richards als Jack Sparrows Vater Captain Teague unterhält ebenfalls prächtig.

Neben all den (teils überraschend tiefgründigen) Charakterwerten bleibt 'Am Ende der Welt' natürlich in erster Linie grosses Popcorn-Kino. Und "gross" trifft in vielerlei Hinsicht zu. Zum einen ist die Lauflänge mit 170 Minuten extrem lang, doch die wenigsten Sekunden davon wirken unnötig oder verschenkt. Zum anderen toppt die Action jene des zweiten Teils nochmals gewaltig. Schiffe, die übers Weltende segeln oder sich in einem riesigen Meeresstrudel befeuern, stehen an der Tagesordnung. Noch dazu gibts haufenweise Kämpfe, etwa das lang ersehnte Duell zwischen Jack und Davy Jones - auf den Masten der Flying Dutchman! Schön: Anders als im zweiten Teil wirkt die Action nicht lang gezogen, sondern gut getimt. Der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz, sowohl in den Dialogen als auch bei der Situationskomik. Wenn zum Beispiel Jack Sparrow in Davy Jones Spind endgültig durchzudrehen scheint und er gleich dutzendfach auf der Leinwand zu sehen ist, bleibt kein Auge trocken. Heimlicher Star ist aber der kleine, untote Affe Jack, der herrliche Szenen bestreiten darf. Und eine extrem ungewöhnliche Hochzeit an Bord der Pearl entpuppt sich als äusserst originell. In dieser Angelegenheit also gewohnt konstante Piraten-Qualität. Kleinere Mängel verwehren allerdings, dass der Abschluss der Trilogie dem Auftakt das Wasser reichen kann. Die fort gesponnene Liebesgeschichte von Davy Jones ist zwar ein Highlight des Films, doch die "Befreiung" seiner geliebten Göttin Calypso befindet sich eindeutig zu nahe am Übernatürlichen. Ausserdem fällt der Einbezug vom asiatischen Thema enttäuschend gering aus, Chow Yun-Fats Einsatz ist fast belanglos. Und die ganze Sache um Davy Jones "Nachfolge" (auch dessen Herz muss herausgeschnitten werden) geht logisch gesehen nicht ganz auf.

Aber dafür hat 'Pirates 3' etwas, was bis anhin noch keiner der Filme hatte: Epik. Gegen Ende des Films (relativ gesprochen, nämlich nach etwa zwei Stunden) spürt man regelrecht, dass es um die Existenz der Piraterie geht. Und deshalb überkommt einen auch mehr als einmal Gänsehaut. Der Schluss überrascht dann gar, mit welchem Mut die Macher an die Sache herangehen. Denn möchten sie mit einem vierten Teil nochmals in See stechen, stünden storytechnisch nicht mehr alle Figuren zur Verfügung. Das steigert die Spannung und das Filmvergnügen aber nur noch mehr. Schlussendlich ist klar: Dieses Piratenabenteuer ist viel kurzweiliger und spannender als der zweite Teil, reicht aber nicht ganz an die Frische von 'Fluch der Karibik' heran. Doch die "Yo, Ho"-Stimmung ist so ansteckend, dass einem das schlichtweg egal ist.


Kurzkritik:
Das Finale der Piraten-Trilogie bietet drei Stunden pure Unterhaltung inklusive Tief- und Wellengang. Neben Johnny Depp stechen diesmal besonders Geoffrey Rush und Keira Knightley hervor. Hinzu kommt famose Action in atemberaufenden Bildern - ein Sommerblockbuster erster Güte also. Wer nach dem zweiten Teil enttäuscht das Kino verliess, dürfte nach diesem Spektakel mehr als nur getröstet sein.

Ab 24. Mai 2007 im Kino

Im Verleih von Buena Vista International (Switzerland)

© geschrieben von Adrian Spring

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