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Closer



Release:
5. Juli 2005

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Kurzkritik:
Bühnenstücke auf der Leinwand sind nicht immer ein Erfolg. 'Closer' hat es aufgrund einer ausgezeichneten Darstellerriege und eindringlichen Dialogen geschafft. Wer auf ruhige Inszenierungen von Liebesdramen steht, ist mit diesem Film bestens bedient, auch wenn in der Mitte gewisse offensichtliche Längen entstehen. Enttäuschend ist jedoch die DVD: Nebst einem guten Bild gibt es einen schwachen Sound sowie keine eigentlichen Extras.







Inhaltsangabe

Die junge Amerikanerin Alice (Natalie Portman) reist nach England, um ein neues Leben zu beginnen. Dort trifft sie auf Dan (Jude Law), der sich sofort in sie verliebt. Durch Alice nimmt Dan seine alte Leidenschaft, das Schreiben, wieder auf und veröffentlicht ein Buch. Das Klappenbild dafür schiesst die Fotografin Anna (Julia Roberts). Zwischen den beiden knistert es, doch Anna will nichts davon wissen. Also versucht Dan ihr eins auszuwischen, indem er sich im Internet für sie ausgibt und ein Date mit dem Doktor Larry (Clive Owen) vereinbart. Aber der Schuss geht nach hinten los…



Kritik

'Closer' ist ursprünglich ein Bühnenstück und stammt vom Autoren Patrick Marber. Das Stück wurde in über 300 Ländern aufgeführt und avancierte zu einem Welterfolg. Seine Herkunft sieht man dem Film eindeutig an: Insgesamt gibt es nur vier eigentliche Sprechrollen, wenn man die Sekretärin des Arztes nicht mit einrechnet. Somit lebt der Film auch von seinen vier Darstellern. Und diese sind weltklasse. Dies zeigt sich auch an den Preisen und Nominierungen, die 'Closer' ergattert hat: Natalie Portman und Clive Owen haben beide einen Golden Globe als beste Nebendarsteller erhalten und zudem gab es für beide eine Oscarnominierung in derselben Sparte. Zurecht: Beide liefern Glanzleistungen ab und Portman ist endlich in einer ihr gebührten Rolle zu sehen - in 'Star Wars' konnte sie einfach nicht zeigen, was für eine Klasse Schauspielerin sie ist. Auch Owen ist klasse, insbesondere in einer Szene mit Julia Roberts, wo sie ihn verlässt. Womit wir schon bei den anderen beiden Darstellern wären: Julia Roberts und Jude Law. Sie spielen ihre Rolle ebenso überzeugend wie mitreissend, gingen aber bei den Preisverleihungen leer aus.

Das Interessante an 'Closer' sind wirklich die Figuren und ihre Beweggründe. Dan etwa kann sich nicht zwischen Alice und Anna entscheiden, wählt einfach diese, die für seine jetzige Situation besser geeignet ist. Doch Anna ist nicht besser: Sie lügt wie gedruckt und gibt sich einfach dem Mann hin, für den ihre wechselhafte Laune besser passt. Da ist Larry schon fast heilig: Er verliebt sich in Anna, doch als sie ihn abweist, tröstet er sich mit Alice. Dafür ist seine Obsession von Anna umso grösser und unheimlicher. Und Alice? Obwohl sie die offensichtlichste aller Lügner ist, ist sie die ehrlichste von allen. Klingt sehr verwirrend, zeigt sich aber am Ende des Films auf. Eine Besonderheit von 'Closer' ist die Erzählweise. Die Geschichte streckt sich über vier Jahre hinweg. Jedoch wird dem Zuschauer nicht mit einem eingeblendeten "3 Monate später" die verstrichene Zeit dargeboten, sondern durch die Dialoge. Hier zeigt sich auch die Theaterherkunft wieder. Und wenn man schon bei den Dialogen ist: Diese sind göttlich! Fast jeden Satz kann man hinterfragen und etwas andere hinein interpretieren. Die Vielschichtigkeit ist enorm. Die Dialoge sind es auch, die ein paar langatmige Szenen in der Mitte erträglicher machen. Denn was man zu hören bekommt, ist ein wahres Fest an Originalität. Für Freunde guter Musik ist auch gesorgt: Damien Rice’s 'The Blowers Daughter' ist der Titelsong und wird sowohl am Anfang, als auch am Ende des Films gespielt. Ab und zu wird ausserdem Rice’s 'Cold Water' angestimmt, wird aber vor den Textzeilen jeweils abgebrochen. 'Closer' ist also für alle ein Fest, die tolle Darsteller, Dialoge und ruhige Szenen mögen. Actionfreaks sind eindeutig fehl am Platz. Alle anderen werden dafür mit einer kleinen Perle beglückt, die nur in der Mitte ein paar gröbere Stolpersteine hat.

Die DVD
Bild
Das ruhige Bild weiss zu gefallen. Passend zur eher drückenden Filmstimmung sind die Farben in kühlen Tönen gehalten. Rauschen und Unschärfen treten nur selten aus, der Kontrast ist ausgewogen. Ein durch und durch gelungenes Werk also.
Sound
Hier hat der Film wenig zu bieten: Da Dialoge das Geschehen dominieren, bekommt man nur sehr selten Surround zu hören, etwa bei den zwei Musikeinlagen mit 'The Blowers Daughter'. Ansonsten konzentriert sich die akustische Umgebung auf die Frontspeaker und den Center.

Extras
- Trailer
- Musikvideo

Eine wahre Enttäuschung: Anstatt auf die Parallelen mit dem Bühnenstück einzugehen oder ein Making of zu bieten, kriegt man lediglich den Trailer sowie das Musikvideo. Schwach!


DVD Übersicht
Filminformationen
Originaltitel Closer
Genre Liebesdrama
Studio Columbia Pictures
Verleih Sony Pictures Home Entertainment
Laufzeit ca. 100 Minuten
FSK ab 12 Jahren
Regie Mike Nichols
Darsteller Julia Roberts, Jude Law, Natalie Portman, Clive Owen
 
Technische Details
Bild 16:9 (1.85:1)
Ton Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel Deutsch, Englisch, Türkisch
Anzahl Discs 1
Verpackung Amarayhülle

© rezensiert von Adrian Spring am 11.07.05

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