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'Kane & Lynch' polarisieren. Bereits vor drei Jahren - als der erste Teil der Serie erschien - gab es viele die von dem Titel und der speziellen Atmosphäre die er mit sich brachte begeistert waren, aber auch viele andere, die sich überhaupt nicht mit dem Spiel anfreunden konnten. Eine Eigenheit (aber auch ein Erkennungsmerkmal der Serie), ist die stets düstere, deprimierende und teils auch ziemlich pessimistische Atmosphäre, welche so vielen gar nicht in die Unterhaltungselektronik passt, sondern eher ins Kino.

Und damit ist bereits das nächste Stichwort gefallen. Denn die Story, auch wenn sie sehr bitter und betrüblich ausgefallen ist, ist quasi für das grosse Hollywood-Kino geschaffen. Man merkt, dass die Macher sehr viel in eine gute Geschichte investiert haben, die wahrlich einzigartig ausgefallen ist. Hinzu kommen die beiden Antihelden Kane und Lynch, welche rumzetern, fluchen und auf eine gewisse Art und Weise nichts weiter sind als rücksichtslose Egoisten, die viel lieber für sich selbst schauen, als ihren Kollegen aus einer Notlage befreien zu müssen. Wie bereits im ersten Teil, ist auch in 'Kane & Lynch 2' die Story das Highlight.



Das Gameplay wiederum ist enttäuschend ausgefallen. Die Gewichtung liegt, wie bereits erwähnt, auf der Story. So kommt es, dass die gerenderten Videosequenzen wirklich spannend ausgefallen sind und neugierig auf den weiteren Storyverlauf machen. Was dazwischen ist, ist allerdings banale Rumballerei, die weder Abwechslung bringt noch herausfordernd ist. Meistens gerät man auf einen Schauplatz auf den von mehreren Richtungen verschiedene Gegner stürmen. Diese platzieren sich fix hinter einer Deckung und ballern anschliessend auf den Spieler los als gäbe es kein Morgen mehr. Ohne Deckung hätte man hier keine Chance. Schon sehr bald merkt man jedoch dass die Gegner am genau gleichen Ort und teils noch in einem bestimmten Rhythmus hinter ihrer Deckung hervorlugen – so wird es zu ziemlich leicht, die Gegner gezielt auszuschalten. Es sind zwar verschiedene Waffen im Spiel vorhanden, allerdings ist es nicht erforderlich, in gewissen Situationen auf eine gewisse Waffe zu wechseln – somit benutzt man logischerweise stets die, mit der stärksten Durchschlagskraft. Die ziemlich kurze Kampagne ist dann auch bereits nach zirka sechs Spielstunden fertig, was aber nicht weiter tragisch ist. Denn nach diesem Schema hätte das Spiel früher oder später sowieso an Kurzweil verloren.



Neben der guten Story ist auch der Grafik ein Kompliment zuzuschreiben. Sie befindet sich zwar überhaupt nicht auf einem Top-Niveau, aber die speziellen Eigenheiten machen sie aufsehenerregend und einzigartig. Oftmals verfolgt eine wackelige Handkamera die Protagonisten, in sehr dunklen Szenen setzt ein billiger Helligkeitsfilter ein welcher ein Rauschen auslöst und bei grösseren Schiessereien hat die „Kamera sichtlich Probleme auf dem Stativ stehen zu bleiben“. Der zweite Teil von 'Kane & Lynch' ist also wie zu erwarten sehr eigenwillig ausgefallen und wird vermutlich auch nur die Fans ansprechen, welche bereits den ersten Teil mochten.

Genre: Action-Adventure
Plattformen: XBox360, PS3, PC
Release: 20. August 2010
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Publisher: Eidos


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Herzlichen Dank an Koch Media für das Rezensionsexemplar des Spiels!

verfasst von Philipp Fankhauser
3. September 2010

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