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Seit fast fünf Jahren klimpert die Videospielwelt bereits auf den Plastikgitarren von 'Guitar Hero' und es scheint kein Ende zu nehmen. Teil Sechs der Reihe schmückt sich nicht mehr mit unnötigen Numerierungen, sondern nennt sich schlicht und einfach 'Warriors of Rock'. Unterschied zu den Vorgängern: Ein Storymodus. Wer jetzt denkt dass ein abenteuerlicher Storymodus in einem schlichten Musikspiel nicht funktioniert, der hat sich mächtig geschnitten. Denn Activision hat sich wahrlich ins Zeug gelegt, den neuesten 'Guitar Hero'-Ableger auf ein noch höheres Niveau zu hieven.

Als erstes sollte ganz klar erwähnt werden dass sich technisch bzw. von der grundlegenden Spielmechanik her beinahe nichts geändert hat – und das ist auch gut so. Nach wie vor lässt sich das Spiel äusserst flüssig spielen und dank den immer aufwendiger zusammengestellten Kompositionen der Programmierer macht es laufend mehr Spass sich durch die über neunzig Tracks umfassende Setlist durchzurocken. Eine neue Gitarre, bei der die komplette Technik im Hals steckt und so entfernbare Plates bietet, erscheint mit 'Warriors of Rock' ebenfalls – allerdings nur im 'Guitar Bundle'-Set. Denn im weitaus teureren 'Super Bundle' sucht man vergeblich nach dem neuen Instrument, sondern kriegt lediglich die Gitarre und das Drumset aus dem mittlerweile einjährigen 'Band Hero' mitgeliefert.



Abgesehen von der Enttäuschung im Hardware-Bereich hat 'Guitar Hero: Warriors of Rock' aber auch viel Lob verdient. Der bereits angesprochene Storymodus ersetzt die bis anhin fast immer gleich aufgebaute und monotone Karriere. Es geht darum eine Bestie zu besiegen. Dies funktioniert indem man einen Rock-Dämon beschwört, welcher mit einer speziellen Gitarren-Axt eben jene Bestie besiegen kann. Um die Axt zu erhalten bzw. den Dämonen zu beschwören, muss man jeweils vier Krieger rekrutieren. Es handelt sich dabei um bekannte 'Guitar Hero'-Charaktere aus den letzten Teilen, welche je ein Set an Lieder ihrer Musikrichtung durchspielen (Punk, Alternative Rock, Metall usw.). Wenn man genügend Sterne erreicht hat, findet die Verwandlung zu einem dämonenbesiegenden Etwas statt. Schade ist aber: Wenn man nur mit Hilfe der ersten paar Lieder des Sets die benötigte Anzahl Sterne holt und die Verwandlung „zu früh“ passiert, konnte man leider nicht alle Songs durchspielen bzw. jene können nur „ausser-Story-mässig“ nachgespielt werden.

Ganz nett ist aber dass jeder der Charaktere eine spezielle Eigenschaft besitzt. Beispielsweise ein Star Power-Multiplikator, einen standardmässigen fünffach-Multiplikator (ausser den gewohnten vier) oder einen Serienbonus der bei langen Serien zusätzliche Sterne bringt. Diese neue, zugegeben seltsame Sternebewertung braucht zwar etwas Gewöhungsbedarf, macht aber im Verlaufe des Spiels immer mehr Sinn. Richtig spassig wird es dann wenn die verwandelten Rocker miteinander in einer Band spielen (beispielsweise beim Erobern der Axt oder im Endkampf). Denn jetzt werden die speziellen Eigenschaften kombiniert und so kommt man zu ellenlanger Star Power, welche bis zu vierzig (!) Sterne pro Song bringt. Damit der Langzeitspassfaktor auch gewährt ist, lässt sich nach dem vermeintlichen Durchspielen des Storymodus alles noch einmal von vorne beginnen – jetzt allerdings in der Bandbesetzung der verwandelten Charaktere. So kann man die über neunzig Songs von vorne beginnen und jeweils vierzig Sterne verdienen. Schade ist, dass der Schwierigkeitsgrad im Storymodus keine Rolle spielt. Ob man nun auf Schwer oder Profi spielt, wird sterne- und anzeigetechnisch überhaupt nicht gewertet.



Letztendlich kann man aber doch mit einem durchwegs positiven Fazit über 'Guitar Hero: Warriors of Rock' abschliessen. Es wird nun auch endlich wieder mehr gerockt – also weniger Kuschelrock und mehr Metal à la Black Sabbath, Megadeth, Slayer und Slipknot. Wirklich bekannte Lieder - für Leute welche nicht hauptsächlich im Rockgenre zuhause sind - gibt es aber leider nur wenige. So zum Beispiel 'Seven Nation Army' von The White Stripes, 'Listen To Her Heart' von Tom Petty & The Heartbreakers oder die 'Bohemian Rhapsody' von Queen. Fest steht jedoch, dass es noch in keinem 'Guitar Hero'-Ableger derart viele Tracks gab wie in 'Warriors of Rock'. Nach wie vor ist aber immer noch wünschenswert, dass der nächste Ableger weniger Songs im Gesamtumfang enthält, dem Spieler aber erlaubt zehn bis zwanzig Titel aus einem Online-Pool von Songs auszuwählen. Denn die Online-Bibliothek von 'Guitar Hero' ist inzwischen beeindruckend riesig und es wäre doch schade, diese nur der zahlenden Online-Kundschaft vorzuenthalten. Na ja, lassen wir uns überraschen was Activision für den nächsten Teil bereit hält – denn Teil Sieben folgt bestimmt.

Genre: Musikspiel
Plattformen: XBox360, PS3, Wii
Release: 24. September 2010
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Publisher: Activision


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Herzlichen Dank an Activision für das Rezensionsexemplar des Spiels!

verfasst von Philipp Fankhauser
12. Oktober 2010

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