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Nach 'Origins' folgt 'Odyssey'. Nach der einjährigen Kreativpause im 2016 folgt jetzt, nur ein Jahr nach dem sehr gelungenen 'Assassins Creed: Origins', ein weiterer Titel des beliebten Spiele-Franchises. Nach dem in 'Origins' die Ursprünge des Assassinentums erläutert wurden, geht es nun überraschenderweise noch weiter zurück in die Vergangenheit: Zum Peloponnesischen Krieg zwischen dem Attischen Seebund Athens und dem Peloponnesischen Bund Spartas. Kurzum: Es geht ins antike Griechenland, ins fünfte Jahrhundert vor Christus - und diese Geschichtsepoche hat wahrhaftig einiges zu bieten.

Das Alte Griechenland wartet nicht nur mit einer vielseitigen Landschaft auf, sondern auch mit vielen namhaften Persönlichkeiten. So trifft man auf den berühmten griechischen Philosophen Sokrates oder auf Perikles, einer der damals führenden Staatsmänner Athens, ohne den die Athener Akropolis heute nicht mehr stehen würde. Auch Hippokrates von Kos, welcher als berühmtester Arzt des Altertums und Begründer der Medizin als Wissenschaft gilt, trifft man an. Dazu gesellen sich Bildhauer Phidias, der die Zeus-Statue in Olympia (eines der Sieben Weltwunder der Antike) erschuf sowie natürlich Leonidas I., ehemaliger König von Sparta und Feldherr der legendären Schlacht bei den Thermopylen (besser bekannt als die Schlacht der 300).



Man sieht: Für Historien-Fans ist 'Assassin's Creed: Odyssey' ein wahrhaftiges Eldorado. Zudem ist die Karte im Vergleich zur ebenfalls riesigen Karte von 'Origins' über sechzig (!) Prozent grösser. Liebevoll, detailreich und vor allem überraschend vielseitig ist sie ausgefallen. Dichte Wälder, paradiesische Piraten-Inseln, schneebedeckte Berggipfel und überall kleine, feine griechische Dörfer und majestätische Grossstädte. Auch die griechische Inselwelt ging nicht vergessen: Vom südlichen Kreta über Kos, Naxos, Mykonos, Santorini (damals Thera) bis hin zum nördlichen Lesbos ist alles vertreten. Auch das sagenumwobene Atlantis hat einen Kurzauftritt. Zudem hat man endlich seit 'Assassin's Creed IV: Black Flag' wieder sein eigenes Schiff und kann sich in Seeschlachten auf der Ägäis austoben. Zwar ohne Kanonen und Mörser (da es diese damals noch nicht gab), aber dennoch sehr fesselnd und unterhaltsam. Doch trotz allem Lob: Dieses Schiff ist leider die einzige, wirkliche Neuerung im Vergleich zu 'Assassin's Creed: Origins'. Die Games wurden miteinander zur gleichen Zeit entwickelt - was man auch merkt. 'Odyssey' wirkt wie ein Add-On mit einer neuen Geschichte und einer neuen Karte, welche auf die Basis von 'Origins' draufgepackt wurde. Nach wie vor gibt es massenweise Nebenquests zu erledigen - wie versteckte Schätze in verborgenen Höhlen, Banditenlager, Festungen, das Besiegen von Alphatieren und Aussichtspunkte. Die Hauptstory kann zudem wahlweise mit einem der beiden Geschwister Kassandra und Alexios gespielt werden. Weshalb, das ist schwierig zu beantworten. Da man diese Wahl nur einmal treffen kann (zu Beginn des Spiels), wird die Funktionalität des Spiels nicht erweitert und auch die Story ist dieselbe (abgesehen von einem einzigen Rollentausch). Aber: Seit 'Liberation' kann man nun nach sechs Jahren das zweite Mal in der 'Assassin's Creed'-Geschichte eine Frau spielen.



Leider verzettelt sich die Story des Spiels etwas und wirkt zuweilen sehr langgestreckt. Aufgrund den wirklich zahlreichen Nebenquests, welche sich von der Interpretation her oft so anfühlen wie die Hauptquest, verliert sich der Fokus sehr oft auf Kassandras und Alexios eigentliche Mission. Langweilig wird es aufgrund der schönen, grossen und vielseitigen Map aber kaum. Doch wie bereits erwähnt, muss man sich ganz klar damit abfinden, dass das Spielsystem aus 'Origins' 1:1 kopiert wurde. Das Söldner-System, der Fähigkeiten-Baum, die Kampfarena, lenkbare Pfeile in Zeitlupe oder die Fähigkeiten des eigenen Adlers (welcher nun Ikaros und nicht mehr Senu heisst) - alles ist wieder mit dabei. Kurzum: Wer 'Origins' mochte, der wird 'Odyssey' lieben. Wer allerdings mit 'Origins' nicht warm wurde und nun auf bahnbrechende Neuerungen hofft, der wird - abgesehen von der schönen Map - vermutlich enttäuscht werden.


Genre: Action-Adventure
Plattformen: Xbox One, Playstation 4, PC
Release: 5. Oktober 2018
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Publisher: Ubisoft


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verfasst von Philipp Fankhauser
23. Oktober 2018

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