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Borat - Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan



Release:
5. März 2007

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Kurzkritik:
Die Verächter und Verehrer von 'Borat' halten sich in etwa die Wage. Wer für 80 Minuten auf seine eigene Moral verzichten kann, wird herrlich unterhalten. Alle anderen ignorieren den Kasachen besser, da sie sich sonst nur aufregen. Technisch bietet der Film wie erwartet keinen Höhenflug, präsentiert bei den Extras aber witziges Zusatzmaterial.







Inhaltsangabe

Der kasachstansche Reporter Borat Sagdiyev (Sacha Baron Cohen) wird in die Vereinigten Staaten von Amerika geschickt, um für sein Land eine kulturelle Weiterentwicklung zu schaffen. Zusammen mit dem Produzenten Azamat Bagatov (Ken Davitian) erschreckt Borat die Einwohner von New York jedoch mit seiner frauen- und judenfeindlichen Art. Als er im Fernsehen zufällig auf 'Baywatch' stösst, verliebt er sich schlagartig in die wunderschöne C.J. (Pamela Anderson) und hat plötzlich nur noch ein Ziel: Er will die Frau seiner Träume in Malibu zu seiner eigenen machen…



Kritik

Er war in aller Munde, ist es noch immer und gehört mitunter zum Frechsten, was Kino zu bieten hat: Borat Sagdiyev alias Sacha Baron Cohen. Objektiv über den neuen Film des 'Ali G'-Manns zu berichten, grenzt jedoch an eine Unmöglichkeit. Die einen lieben Borats Sprüche, die anderen verachten seine Feindlichkeit gegenüber gewissen Gruppen. Aus diesem Grund muss man die eigene moralische Seite auf Standby schalten, bevor man sich 'Borat' zu Gemüte zieht. Dann wird der Streifen zu einem wahrhaften Gagfeuerwerk, das die Lachtränen literweise über die Wangen laufen lässt. Schon nur die Anfangssequenz ist Kult: Borat stellt dem Zuschauer sein Heimatdorf in Kasachstan vor. Dort werden Leute wie der Dorfvergewaltiger (!) und die Prostituierten-Schwester (Nummer 4 in ganz Kasachstan) vorgestellt, genauso wie die Rückständigkeit des Landes gezeigt. Wer das nicht lustig findet, braucht gar nicht weiterzuschauen. Der Humor bleibt gleich böse.

In Amerika angekommen, interviewt, besucht und beflucht Borat jede Menge Einheimische. Der Zuschauer weiss jedoch nie, was gespielt ist und was nicht. Mit einer guten Portion gesundem Menschenverstand erkennt man jedoch, was gespielt und was tatsächlich so geschehen ist - solange man den Menschenverstand nicht zusammen mit der Moral abgeschaltet hat. Ein alter Möchtegern-Cowboy fragt Borat zum Beispiel, was in Kasachstan mit Schwulen gemacht wird. Borat kontert prompt, dass diese exekutiert werden - und der Cowboy spricht sich dafür aus, dass dies auch in den Staaten eingeführt wird. Solche Momente, in denen Cohen den Amis ihre abgründigen Meinungen entlockt, bietet 'Borat' am laufenden Band. Dabei überrascht nicht nur die Dummheit vieler, sondern auch deren Dreistigkeit. Borat macht zwar in aller Öffentlichkeit die Juden verbal fertig (und einige Leute stimmen mit ihm ein) wer aber weiss, dass Cohen selbst Jude ist, schaut das Ganze völlig anders an.

Die zweite Hälfte des Films verliert dann die Spritzigkeit und den Kurzweil vom Anfang. Zu sehr versucht Cohen eine gekünstelte Sentimentalität auszuspielen. Borats Produzent und er zerstreiten sich nämlich nach dem wohl unappetitlichsten Wrestling-Kampf aller Zeiten. Dann ist Borat einige Zeit alleine und mit einer Bande Jugendlichen unterwegs, was den Filmfluss stört. Erst an der anderen Seite der Küste angekommen, legt 'Borat' wieder zu. Denn dann gibt sich selbst Pamela Anderson die Ehre im Film aufzutreten. Wer also sein moralisches Denken für 80 Minuten ignorieren kann, wird prächtig unterhalten. Alle anderen werden den Film verachten. Aber für etwas gebührt Sacha Baron Cohen uneingeschränkter Respekt: Wie er während der ganzen Promotionszeit die Existenz von Borat mit seinen Auftritten aufrechterhielt und nie als er selbst auftrat (ausgenommen beim gewonnen Golden Globe), ist schlichtweg beeindruckend.

 


Die DVD
Bild
Scharf ist das Bild nie so richtig, da sich der dokumentarische Stil des Films auch in der visuellen Seite der DVD widerspiegelt. Rauschen gehört (ein wenig) dazu wie etwas zu flache Farben. Aber mal ehrlich: Wen kümmert das bei einem Film, der sowieso vorgibt, ein Dokumentarstreifen zu sein?
Sound
In Deutsch gibts gleich zwei Tonspuren, eine in DTS. Dies lässt natürlich auf grosses Surroundvergnügen hoffen, doch enttäuscht letzten Endes. Allzu grosse Einsätze im hinteren Bereich werden nicht geboten. Allerdings sollte man für die Stilechtheit des Films die englische Version wählen. Die Verständlichkeit ist gut.

Extras
- Kasachisches Warn-Polizeivideo
- Trailer
- Borats 'Baywatch' (sexy drown watch)
- Unveröffentlichte Szenen
- 'Rodeo News-Report'
- Featurettes zur 'World-Promotions-Tour'
- Borat Soundtrack


Screenshot des DVD-Hauptmenüs

Der Stil des Films widerspiegelt sich auch in der Gestaltung der DVD: Alle Menüs sind in Borats Landessprache gehalten und mit deutschen Übersetzungen überlagert. Vieles davon ist zusätzliches Filmmaterial, zum Beispiel bei einem Masseur oder beim Doktor. Highlight ist aber die Borat-Version vom 'Baywatch'-Titelvorspann - inklusive Badenixe Alexandra Paul. Auch enthalten ist ein witziger, 16-minütiger Zusammenschnitt von der Pressetour des Films, wo Borat etwa in Talkshows oder an der Comicon auftritt. Ein boratischer "Werbetrailer" für einen fiktiven Soundtrack rundet die DVD ab.


DVD Übersicht
Filminformationen
Originaltitel Borat - Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan
Genre Dokukomödie
Studio One America
Verleih 20th Century Fox Home Entertainment
Laufzeit ca. 80 Minuten
FSK ab 12 Jahren
Regie Larry Charles
Darsteller Sacha Baron Cohen, Ken Davitian, Luenell, Pamela Anderson, Bob Barr
 
Technische Details
Bild 16:9 (1.85:1)
Ton Deutsch: Dolby Digital 5.1
Deutsch: DTS 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
Russisch: Dolby Surround 2.0
Untertitel Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Türkisch
Anzahl Discs 1
Verpackung Amarayhülle

© rezensiert von Adrian Spring am 15.03.07

© Bilder, DVD-Screenshots, 20th Century Fox Home Entertainment

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